Von Guido Neidinger (Text)          und Kristoff Meller (Fotos)

Von der Leichtigkeit des Seins, von sozialem Engagement und herausragendem Genuss war die Gala der Bürgerstiftung am Samstag geprägt.

Lörrach. Der Galaabend der Bürgerstiftung im Burghof zog auch in seiner 15. Auflage: Er war ausverkauft und wurde wieder zum gesellschaftlichen Ereignis. Die Ansprachen Sie komme sich vor wie im „Dinner for One“, stellte die Ute Lusche, die Vorsitzende der Bürgerstiftung humorvoll einen Vergleich zu der Kult-Komödie her, die stets an Silvester im Fernsehen läuft. Aber serviert wurde kein „Dinner for One“, sondern ein „Dinner for Lörrach“. Einen kleinen Wermutstropfen hatte Lusche trotz gleich zu Beginn parat: Die personelle Belastung die fünf Gastronomen, die den Galaabend zum kulinarischen Erlebnis machen, ist so groß, dass einige ans Aufhören denken. Deshalb werde es im nächsten Jahr Änderungen geben. Welche, das ist noch nicht bekannt. Stiftungsratsvorsitzender André Marker freut sich auf die Herausforderung: „Ich bin gespannt, was uns einfällt.“ Marker leitete zu einem zentralen Punkt des Abends über, der Verleihung des Bürgerpreises. Der Bürgerpreis Gudrun Schubert wurde mit dem Preis ausgezeichnet Laut Marker gründete sie 2005 die Schubert-Durand-Stiftung, die sich für den offenen und kritischen Dialog zwischen Kulturen und Religionen einsetze. Schwerpunkt der Stiftung ist die Integration, Aus- und Weiterbildung von Mädchen und Frauen islamischer Familien.

Die Laudatio hielt Pfarrer Thorsten Becker, der Vorsitzende der katholischen Seelsorgeeinheit Lörrach. „Der Dialog ist die Suche nach der Wahrheit“, zitierte Becker den griechischen Philosophen Platon. Der Dialog sei die oft mühsame Suche, aber auch das Finden und Entdecken, die Bereitschaft, auf andere zuzugehen. Die Sehnsucht nach der Wahrheit zeichne die Suche aus. Becker bescheinigte Gudrun Schubert,: „Sie führen den Dialog beherzt und stets offen.“ Ihr gehe es um ein profundes Miteinander nicht um ein oberflächliches Nebeneinander. „Das verdient unser aller Respekt und ist aller Auszeichnung wert“. Mit ihrem Engagement habe Gudrun Schubert „das interkulturelle Zusammenleben in der Stadt wesentlich gestärkt“.

Mit erfrischend kurzen und klaren Worten bedankte sich die Preisträgerin für die Auszeichnung. „Echtes Verstehen wächst nur aus der Kenntnis des Anderen“, betonte sie und gab den Gästen ein persisches Sprichwort mit auf den Weg: „Wissen ist das echte Wasser des Lebens.“ Der Beifall der Anwesenden war ihr gewiss. Die Menüs Die Kulinarik ist stets ein weiterer Höhepunkt, der sich durch den gesamten Abend zieht. Die Gäste haben viel Zeit, für Gespräche. Die stilvolle Atmosphäre im Burghof tut ein Weiteres, damit sich der gewünschte Wohlfühleffekt einstellt. Trotz eingeschränkter Möglichkeiten zauberten die fünf beteiligten Avantgarde-Köche wieder herrliche Gaumenfreuden, bei denen die Gäste die Qual der Wahl hatten. Den anhaltenden Beifall hatten sie sich verdient. Mit dabei waren die Restaurants Wasserschloss Inzlingen (Familie Sepp Beha), Maien Tüllingen (Marco Weiß), Krone Inzlingen (Rainer P. Wiedmer), Kranz Lörrach (Familie Markus Dorner) und Krone Weil am Rhein (Familie Sonja Hechler). Die Mitwirkenden Eine Vielzahl von Helfern vor und hinter den Kulissen sorgte dafür, dass auch der 15. Galaabend der Bürgerstiftung reibungslos über die Bühne ging. Für den Service waren die Auszubildenden der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden und der Volksbank Dreiländereck im Einsatz. Ihre ungewohnte Rolle meisterten die jungen Leute geradezu professionell und stets freundlich. Musikalisch begleitet wurden die Gäste vom Duo Brigitte Schnabel und Florian Metz. Für niveauvolle Tanzmusik sorgte die Hansi Kolz Selection. Durch den Abend führten Matthias Zeller und Karsten Kleine. Spenden Nicht nur gute Unterhaltung in niveauvoller Umgebung ist das Ziel des Galabends, sondern auch Bares. Das machte André Marker deutlich: „Es geht auch um Geld für die Arbeit der Bürgerstiftung.“ Und so waren die Spendensammler, allen voran Landrätin Marion Dammann, Oberbürgermeister Jörg Lutz und dessen Vorgängerin Gudrun Heute-Bluhm unermüdlich damit beschäftigt, den Gästen Lose für die Tombola zu verkaufen. Vom Ehrgeiz gepackt, den Spendenrekord des Vorjahres von 7065 Euro zu übertreffen, wurde so lange gesammelt, bis es passte: 7075 Euro landeten in der Kasse der Stiftung.Dass der Erlös des Abends hoch blieb, dafür sorgten großzügige Sponsoren: Der Tüllinger Winzer Karlheinz Ruser stiftete die Weine, die Privatbrauerei Lasser Bier und weitere Getränke, die Bäckerei Paul das Brot, die Firma INT-Treuhand die Kaffeestation, und Lieler Schlossbrunnen sorgten Wasser.