Von Silvia Waßmer

Rund 130 Spieler maßen sich am Wochenende in internationaler Runde bei der 15. Ausgabe des saisoneröffnenden Disc-Golf-Turniers „Chili Open“ im Lörracher Grüttpark.

Ein wichtiges Utensil dabei in diesem Jahr: Passender Regenschutz. Fallen doch zur ersten Wettkampfrunde auf den insgesamt 27 Bahnen am Samstag die Tropfen unaufhörlich vom Himmel. Ein Umstand, der zwar – wie mehrere Spieler auf Nachfrage unserer Zeitung versichern – das Flugverhalten der extra für diesen Sport entwickelten Wurfscheiben nur geringfügig, wenn überhaupt, beeinflusst, dafür aber umso mehr Einfluss auf den Werfer haben kann. „Wenn die Scheiben nass sind, können sie glitschig werden und dadurch schlechter greifbar“, erklärt etwa Turnier-Teilnehmer Pepe Traub aus Reutlingen. Und dies wiederum könne – im ungünstigsten Fall – dazu führen, dass sie zu früh losgelassen werden. Ein Fehler, der in der hinteren Flugbahn des „Discs“ eine Abweichung von bis zu 30 Metern bedeuten kann: Für das Ziel des Disc Golf-Spiels – eine Scheibe mit möglichst wenig Würfen von einem definierten Abwurfbereich (Tee) in einen Fangkorb aus Metall zu katapultieren – eine eher schlechte Aussicht.

Kaum verwunderlich also, dass sich die Spieler am Sonntag zur zweiten Wettkampfrunde über die zunächst besseren Vorzeichen freuen. Der Himmel ist zwar bewölkt und der Boden matschig, doch insgesamt bleibt es die ersten Stunden des Turniers trocken. „Ein Unterschied wie Tag und Nacht“, versichert Spieler Michael „Ede“ Hamann aus Rüsselsheim. Mache das Spielen bei strömendem Regen doch nicht wirklich Spaß.

Ein sehr technischer Sport

Ein weiterer Faktor, der die Teilnehmer an beiden Tagen fordert, ist zudem der Wind. Je nachdem wie er wehe, beeinflusse er das Flugverhalten der Wurfscheiben, erklärt Hamann: „Rückenwind drückt die Scheibe runter, Gegenwind macht sie instabil.“ Deshalb sei Disc Golf auch ein „sehr technischer Sport“. Können die Spieler doch zwischen verschiedenen Scheiben mit verschiedenen Flugeigenschaften – etwa durch geänderte Wölbung, Randbreite oder Gewicht – wählen. Und auch die Haltung des Handgelenks wirkt sich auf das Ergebnis aus: „Jeden Milimeter, den man sein Handgelenk anders hält, fliegt auch die Scheibe anders.“ Im Idealfall zeichne sie dabei eine S-Kurve. Im Grüttpark ist dieses Phänomen am Wochenende des Öfteren zu beobachten. Gleichzeitig fliegen viele Scheiben aber auch nur einen Bogen, sind zu tief angesetzt oder bleiben im nächsten Baum oder Busch hängen. Landen sie zudem außerhalb der vorgegebenen Bahn oder in einem gesperrten Bereich, erhält der betroffenen Spieler einen zusätzlichen Strafwurf.

Für eine Runde im Grütt mit allen 27 Bahnen – einige davon sind fest installiert, andere wurden für das Turnier aufgebaut – haben die Organisatoren, die Mitglieder des Basler Disc-Golf-Clubs „Merry Chains“, insgesamt 92 Würfe (Par) vorgegeben.

Mit 26 Würfen weniger (im Fachjargon „unter Par“ genannt) entscheidet Sylvain Gouge aus Frankreich die 15. Ausgabe des renommierten „Chili Open“-Turniers am Ende für sich. Zweiter wird Kyle Giovannini aus den USA vor Stephan Müller aus der Schweiz. Bei den Damen gewinnt mit vier Würfen mehr als vorgegeben („über Par“) Katka Bodová aus der Slowakei vor Christine Hellstern aus Lautenbach (Ortenaukreis) und Natalie Holloköi aus dem Schweizer Winterthur.