Lörrach - Der 25-jährige Pianist und Sänger Julian „Moreen“ Moehring lebt von und mit seiner Musik. Der gebürtige Lörracher verbrachte nach seinem Abitur 2014 am Hans-Thoma Gymnasium fünf Jahre am Berklee College of Music in Boston. Nach einer Konzertreise durch Asien Ende vergangenen Jahres ist er wieder zurück in seiner Heimat und freut sich auf neue Herausforderungen. Matthias Stauss hat ihn für das Spunk-Magazin befragt.

Frage: Julian, du bist nun schon einige Wochen wieder zurück in Lörrach. Wie gestaltet sich dein Alltag als Musiker gerade?

Den kann ich mir aktuell wirklich frei gestalten. Nach dem Frühstück spiele ich mich erst einmal am Klavier warm. Danach koche ich mir einen Tee. Das klingt vielleicht komisch, aber für mich gehören Tee und Klavierspielen zusammen. Immer, wenn ich das Gefühl habe mich nicht mehr konzentrieren zu können, mache ich eine kleine Pause und trinke eine Tasse. Nur so kann ich wieder mental frisch weiter üben. Nach dem Mittagessen widme ich mich meistens der Büroarbeit, beantworte Mails, oder plane die nächste Tournee. Das kostet mehr Zeit, als man denkt.

Den restlichen Tag verbringe ich wieder mit Klavier spielen oder dem Schreiben neuer Songs.

Frage: Wie läuft das genau ab mit dem Song schreiben?

Zunächst einmal schreibe ich nicht die ganze Zeit Songs. Aber wenn, dann nehme ich mir hierzu schon gerne mal eine Woche am Stück. Ich greife dann auf Musikschnipsel zurück, die ich irgendwann einmal in mein Smartphone gesungen habe. Das sind meist Songideen, die mir beim Spazieren oder auch oft auf dem Fahrrad in den Kopf kommen. Die Herausforderung ist dann, Musik und Text in einem Song zusammenzubringen. Gute Texte sind mir sehr wichtig. Ohne will ich gar nicht singen.

Frage: Von deinen Songs hin zu deiner Person. Anhand welcher drei Eigenschaften würdest du dich beschreiben?

Ich würde mich als optimistisch beschreiben. Irgendwo auch als nostalgisch, wobei sich da meine Person und meine Songs überschneiden. Mein Song Yellow ist hier vielleicht ein gutes Beispiel. Er handelt von Heim- und Fernweh zugleich. Mit dem Heimweh, welches ich in Amerika des Öfteren hatte, bringe ich meine nostalgische Seite zum Ausdruck. Das Fernweh zeigt, dass ich optimistisch meiner Zukunft entgegenblicke.

Frage: Und die dritte Eigenschaft?

Ich bin sehr gelassen. Das ist auch wichtig, gerade wenn es nicht so läuft. Beispielsweise auf Tournee, wo längst nicht alles so klappt, wie man es sich vorstellt.

Frage: Stichwort Vorstellung. Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Ich habe aufgehört mir langfristige Ziele zu setzen. Aber ich strebe schon an, in Zukunft von meiner Musik leben zu können. Zusätzlich möchte ich auch weiterhin Klavier- und Bandunterricht geben. Trotzdem kann es sein, dass ich irgendwann eine neue Richtung für mich entdecke. Ich glaube im Leben öffnen sich immer neue Türen. Diese übersieht man leicht, wenn man nur auf ein Ziel fixiert ist. Als ich nach Amerika gegangen bin, wollte ich klassischer Jazz-Pianist werden. Heute singe ich und schreibe meine eigenen Songs.

Frage: Was würdest du unseren Spunk-Lesern empfehlen, die auch einmal Musiker werden wollen? Als Erstes bei dir Klavierunterricht nehmen, stimmt’s?

Ja, genau. Nein Spaß beiseite. Also wenn man nicht 100 Prozent überzeugt ist, sollte man es lassen.

Musiker zu werden ist nicht einfach. Daher kann ich nur dazu raten, es sich gut zu überlegen. Trotzdem sollte man natürlich seinen Träumen folgen. Es gibt die Möglichkeit, zweigleisig zu fahren und neben der Musik ein Studium zu absolvieren. Ich habe mich dazu entschieden, alles auf eine Karte zu setzen. Hilfreich ist sicherlich auch, Kontakt zu Musikern zu knüpfen und sich deren Ratschläge einzuholen.

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