Lörrach Tempus fugit spielt

ov/hau
Karin Maßen, Ben Dittmaier und Philipp Kröning Foto: Nadine Bahls

Tempus fugit zeigt eine Premiere: Es geht um wichtige Jugend-Themen. Und es gibt im Theaterhaus noch mehr zu erleben.

Mit dem Jugendtheater Lörrach inszeniert Theaterleiterin Karin Maßen das Stück „Glitter Grit“. Mit den 23 jugendlichen inklusiven Spielern im Alter von 13 bis 30 Jahren hat die Regisseurin seit September vergangenen Jahres zu den Themenbereichen Erwachsenwerden, Kindheit und Jugend heute, Generationenzuschreibungen und Identitätsfindung gearbeitet.

Findungsprozess

Diese Themenkomplexe hatten die Spieler von sich aus vorgeschlagen, teilt Maßen mit. Sie arbeiteten zu literarischen Kurztexten, Figuren aus Serien und Social Media-Bereichen und kamen immer wieder auf sich selbst zurück. Der Findungsprozess wurde so spannend, dass Karin Maßen den Autor Alexander Stutz – ehemals Tempus fugit-Mitglied – anfragte, ob er sich mit ihr zusammen an eine Stückentwicklung wagen würde. So entstand „Glitter Grit“.

Wechselseitig inspirierte der Autor die Schauspieler mit seinen Textvorschlägen und die Gruppe ihn mit neuen Statements, Figuren, Erlebnissen, Erinnerungen, Wünschen und Ängsten. Seit Mitte April übernahm Alexander Stutz federführend die Textfassung.

„Glitter Grit“

Auch im Bühnenprozess hatten und haben die Spieler des Jugendtheaters die Chance, gemeinsam mit der Regisseurin, der Regieassistenz Ben Dittmaier und der Produktionsleitung Philipp Kröning zu untersuchen, wie sie mit dem Text umgehen, was sie davon auf die Bühne bringen, erweitern oder streichen wollen.

Alexander Stutz hat der Stückfassung folgendes Vorwort mitgegeben: „Afterhour – ein geheimnisvoller Ort zwischen Nacht und Morgen, ein stilles Versprechen an jene, die ihre eigene Symphonie suchen. Wenn die Sterne verblassen und die Stadt noch schläft, erwacht eine intime Welt aus sanften Klängen und vertrauten Gesichtern. Hier, in den verborgensten Winkeln der Nacht, tanzen die Seelen der Suchenden weiter, in einem Raum jenseits der Zeit. Es ist ein Reich, wo Müdigkeit zur Magie wird und jede Melodie ein Stück Identität offenbart. Diese kostbare Stunde ist ein gemeinsamer Atemzug für uns, die unaufhörlich nach unserem Platz in der Welt der Hoffnung und des Widerstands suchen.“

Das Stück ist ab zwölf Jahren geeignet. Die Premiere findet am Donnerstag, 11. Juli, um 19.30 Uhr statt. Weitere Vorstellungen sind am Freitag, 12. Juli, um 9.30 Uhr (auch für Klassen buchbar unter info@fugit.de) und um 19.30 Uhr sowie am Samstag, 13. Juli, um 19.30 Uhr. Mitwirkende sind die Musiker Johan Olsson und Iago Fernandez.

Zum Spielzeitende

Am 24. und 25. Juli, 19.30 Uhr, wird das Spielzeitende wieder mit dem „Und Tschüss“-Abenteuer gefeiert. In diesem Jahr werden dazu Querschnitte aus den Workshops gezeigt von allen Hausgruppen und Theater-AGs. Diese – von Tanz bis Rhythmus, Social Media, Schauspiel, Improvisation – sind generationenübergreifend gut ausgebucht.

Spotlight

Am heutigen Mittwoch, 3. Juli, findet im Theater von 9 bis 13 Uhr das Format „Spotlight“ statt. Hier begegnen sich die von Tempus fugit geleiteten Theater-AGs aus Lörrach und der Region. So werden die Teilnehmer der Spracheingangsklasse der Gewerbeschule Rheinfelden, Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft, die kleinen und großen Schüler aus der Pestalozzischule, aus der Sprachheilschule Hausen, die Theatergruppe im Dorfstübli Maulburg und viele andere Ausschnitte aus ihrer Theaterarbeit zeigen, gemeinsam über Theatererlebnisse, Theaterformen und Zuschauereindrücke sprechen und neue Erfahrungen in kleinen Werkstätten sammeln. „Diese kleine Festivalform setzt das Miteinander in den Mittelpunkt und zeigt, dass Theater ein idealer Ort für das gemeinsame ’versuchen’ ist“, so Maßen.

„My Space“

Vom 15. bis 18. Juli findet wieder das von Kiwanis geförderte Projekt „My Space“ statt. Die Themenstellung sexualisierte und häusliche Gewalt steht hier im Vordergrund des Spiels und der gemeinsamen Nachbereitung mit den Schülern. Nach wie vor ist das ein dringliches Thema, so Theaterleiterin Karin Maßen, und die Zahlen der Kriminalstatistik zeigten, dass Prävention und Aufklärung so zwingend erforderlich ist wie nie.

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