Lörrach Tierische Motivvielfalt

Lörrach - Farbenfrohe und lebhafte Tattoos befinden sich auf dem Körper von Michael Jaenisch. Eine besondere Bedeutung muss der Körperschmuck für ihn aber nicht unbedingt haben, wie er im fünften Teil unserer Serie „Lörracher und ihre Tattoos“ erklärt.

Die Tattoos von Michael Jaenisch bringen seine Freiheit, „sich nichts sagen zu lassen“, zum Ausdruck, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung schildert. Diese Freiheit lebt er voll aus, seit er seine Objektpflege-Firma verkauft hat, widmet er sich ganz seiner Leidenschaft: dem Fallschirmspringen.

Das erste Tattoo hat sich Jaenisch mit zwölf Jahren selber gestochen. Das findet er heute „nicht mutig, sondern absolut dämlich“. Als er sich mit 45 Jahren dann genau über die Lörracher Tätowierer für ein sogenanntes „Cover-Up“ eines missratenen Tattoos informierte, fand er „Mel“ vom Studio „Schattenwerk“ in Tumringen. Durch seine „Traum-Tätowiererin“, so Jaenisch, kam er dann Stück für Stück zu seinem bunten Oberkörper.

„Das Leben ist so grau, da kann Farbe nicht schaden“, findet Jaenisch. Für ihn war klar: Keine Schädel, Sprüche, Namen oder Fantasy-Tattoos. Er wollte ein zusammenhängendes Bild in quietschbunten Farben. So kam es zu den Tier- und Blumen-Motiven, die Mel tätowierte und ausschmückte. „Meine Motive sieht man kein zweites Mal“, sagt Jaenisch stolz.

Das Hauptmotiv ist auf den kompletten Rücken gestochen: zwei frühere Papageien von Jaenisch. Er musste sie weggeben, als diese eifersüchtig auf seine neugeborene Tochter reagierten und diese attackierten.

Für ihn müssen seine Motive – so wie alles andere im Leben – aber keinen Sinn haben. „Oft sagt der Kopf, es ist falsch, aber das Herz es ist richtig“, erzählt Jaenisch und handelt nach dem Herzen.

Jaenisch: „Das Herz entscheidet!“

Vom Kopf her findet er Tattoos eigentlich „strunzdoof“. Die Anfertigung bereite höllische Schmerzen, sei mitunter unglaublich teuer und bleibe für immer. Dennoch entschied sich Jaenisch aus dem Herzen heraus für die Körperbemalung.

Ohne die Betäubungscreme fängt Jaenisch aber gar nicht erst an. Bei seinem jüngsten Termin stellte er nochmals fest, wie weh das Tätowieren tut. Deshalb möchte er es – erstmal – dabei belassen.

Der 45-Jährige rät von Mode-Tattoos ab. Er findet es wichtig, dass man sein ganz eigenes Tattoo hat. Vor allem aber sei die Qualität und das Vertrauen zum Tätowierer das Wichtigste. Jaenisch würde sich niemals auf Reisen stechen lassen, dort habe man nur Probleme mit Sonne, Baden, Hygiene und zu wenig Informationen über die Tätowierer.

Sein Tipp: Ausgebuchte Tätowierer seien immer ein gutes Indiz für Qualität. Außerdem solle man sich im Winter stechen lassen, dann habe man keine Probleme mit der starken Sonne, die auf die frisch gestochene Haut scheint.

Durch seine Tätigkeit als Fallschirmspringer kommt Jaenisch viel herum und reist regelmäßig in die USA: „In den Vereinigten Staaten ist fast jeder Zweite tätowiert, allerdings gibt es sehr viele schlechte Tattoos, darum werden meine speziellen und gut gestochenen Werke besonders oft bestaunt.“

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