Lörrach „Tram? Fänd ich super!“

Das IBA-Projekt „Am Zoll Lörrach/Riehen“ hat zum Ziel, den Stadtraum des grenzüberschreitenden Siedlungsbandes zwischen Riehen-Stettenfeld und Lörrach-Stetten verkehrlich, freiräumlich und städtebaulich neu zu entwickeln. Gestern Nachmittag wurde der Stand der Dinge bei einem Ortstermin erläutert.

Lörrach (bk). Ein zentraler Punkt dieses durch den Bund im Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ geförderten Vorhabens ist die Umgestaltung der Basler Straße im Abschnitt zwischen Grenze und Bahnhof Stetten „vom Straßenraum zum Lebensraum“. Ein Wettbewerb ist in Bearbeitung, die Planungen für den Projektverlauf sind abgestimmt.

Vor Ort begrüßte Monika Neuhöfer-Avdic neben einigen Mitgliedern des „Ausschusses für Umwelt und Technik“ etliche Gäste aus Politik und Verwaltung der schweizerischen Nachbarstadt. Friedemann Roller (Roller Architekten, Breisach) – er hat den Ideenwettbewerb betreut – erklärte ebenso wie die Bürgermeisterin das Projekt und beantwortete Fragen. Diese beschäftigten sich auch mit der Option einer Verlängerung der Tramlinie von Riehen zum Stettener Bahnhof. In den Planungen, so Neuhöfer- Avdic im Gespräch mit unserer Zeitung, werde diese Möglichkeit sicher mit gedacht. Ob die Tram-Verlängerung tatsächlich kommt, ist noch ungewiss. Grundsätzlich sei ihre Haltung aber: „Tram? Fänd ich super!“

Ivo Berweger, Leiter der Abteilung „Bau, Mobilität und Umwelt“ in Riehen, bezeichnete das Vorhaben als „sehr wichtig“. In der Umgestaltung und Weiterentwicklung der Basler Straße liege „großes Potenzial“. Auch in der Riehener Kommunalpolitik werde das IBA-Projekt positiv aufgenommen.

Das Gevita-Projekt

Anschließend wurde im Ausschuss ein Projekt der Gevita erörtert. Die Einrichtung möchte ihr Pflegeangebot erweitern und einen Neubau errichten, der speziell für die Bedürfnisse demenziell erkrankter Menschen konzipiert ist. Vorgesehen sind 78 Pflegeplätze und 16 Plätze für die Tagespflege.

Die Verwaltung begrüßt in einer Mitteilung dieses Vorhaben und stellt derzeit für das Areal den Bebauungsplan „Am Stammbachgraben“ auf. Neuhöfer-Avdic betonte ebenso wie Vertreter der Fraktionen die Notwendigkeit der Schaffung solcher Offerten: „Mit der Aufstellung des Bebauungsplans unterstützt die Stadt das Projekt und möchte die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung ermöglichen“, so die Bürgermeisterin.

Der Vorschlag der Gevita sieht vor, das Gelände von der Stadt zu erwerben und zu bebauen. Ein Vorteil dieses Standorts sei die räumliche Nähe zu den Pflegeinrichtungen, die ein bedarfsgerechtes Angebot zur Pflege von Senioren erlaube. Das Bauprojekt wird vom Gestaltungsbeirat der Stadt befürwortet.

Durch die Bebauung würde der in die Jahre gekommene Kinderspielplatz verlegt und in der Nähe neu errichtet werden müssen. Hubert Bernnat (SPD) schlug vor, einen Mehr-Generationen-Spielplatz ins Auge zu fassen.

Nach einer positiven Entscheidung des Gemeinderats könnte noch im Dezember die öffentliche Bekanntmachung und im Anschluss die öffentliche Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplans und der örtlichen Bauvorschriften einschließlich Begründung mit Umweltbericht und Anlagen erfolgen. Mit dem Baubeginn sei ab Frühjahr 2020 zu rechnen.

Geklärt werden müssen bis dahin noch einige Fragen, auf die etwa Fritz Böhler (Grüne), Bernhard Escher (CDU), Bernnat und Thomas Denzer (Freie Wähler) hinwiesen. Etwa, wie letztlich mit dem Spielplatz und dem benachbarten Hundeplatz konkret verfahren wird, dessen Verlagerung parallel zur Umsetzung des Projekts nicht möglich sei.

Auch müssten Fragen zum Radweg an der Wiese gelöst werden, der schon jetzt stark frequentiert wird. Mit dem Ausbau der Gevita werde der Weg gewiss noch intensiver von Senioren genutzt, hieß es im Ausschuss. Es müsse allerdings gewährleistet sein, das die Verkehrsteilnehmer gefahrlos aneinander vorbeikommen.

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