Lörrach-Hauingen (pad). Udo Kunz ist tot. Im 91. Lebensjahr erlag der Maschinenbauer, Unternehmer, Kommunalpolitiker, Stiftungsgründer und Freund der Vereine am Sonntag einem längerem Leiden.

Udo Kunz ist in Hauingen aufgewachsen. Nach Schule und Ausbildung im Metallfach besuchte er ab 1940 die Fliegertechnische Vorschule in Eisenach, Suhl und Luckenwalde. Im Frühjahr 1943 erhielt er den Gesellenbrief und wurde als „Spezialpersonal“ zum Militär eingezogen.

Nach Rückkehr aus kurzer Kriegsgefangenschaft arbeitete Kunz in südbadischen Unternehmen und legte im 1953 die Meisterprüfung für Mechanik und Maschinenbau ab. Von 1953 bis ’54 war er Meister im Metallbetrieb Boschert, mit dem er in Verbindung blieb, nachdem er sich 1954 mit eigener Schlosserei selbständig gemacht und sich hauptsächlich auf Velos und Mopeds spezialisiert hatte. Später gründete er das Autohaus Kunz und wurde 1976 Hauptgesellschafter und Nachfolger von Ludwig Boschert im Metallbetrieb Boschert, den er konsequent ausbaute. Ein Europatent und einen Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg bekam die Firma für eine Erfindung in der Metallbearbeitung.

Vorsitzender der Elektrizitätsgenossenschaft Hauingen war (EGH) war Kunz von 1958 bis 1966. Viele Jahre gehörte er als Freier Wähler dem Hauinger Gemeinderat und von 1980 bis 1991 dem Gemeinderat Lörrach an. Im Kreistag saß Kunz von 1973 bis 1979 und von 1989 bis 1991.

Im Jahr 1999 gründete Udo Kunz zusammen mit seiner Ehefrau die Udo- und Johanna-Kunz-Stiftung, die in der Wohnanlage „Siegmeer“ in Hauingen älteren Menschen barrierefreies Wohnen ermöglicht.

1988 wurde der Gönner der Vereine mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. 2010 erhielt er als Erster den damals neu geschaffenen Markus-Pflüger-Preis der Stadt Lörrach für soziales Wirken.

Die Familie nimmt in aller Stille Abschied von Udo Kunz. Den Angehörigen wendet sich aufrichtige Teilnahme zu.