Lörrach Umbruch bei der Narrengilde

Lörrach - Die Narrengilde Lörrach steht vor einem einschneidenden Umbruch: Bei der Hauptversammlung am Donnerstag, 30. Juli, 20 Uhr, in der Alten Sporthalle Brombach werden gleich mehrere wichtige Vorstandsmitglieder – darunter Klaus Breitenfeld – nicht mehr zur Wahl stehen. Zudem wird über die Durchführbarkeit der Kampagne 2021 in Corona-Zeiten diskutiert. 

„Ich habe keine Ahnung was 2021 passiert, im Moment planen wir so, als ob es kein Corona gäbe, aber wir werden sicher auch einen Plan B und einen Plan C erarbeiten“, erklärte Obergildenmeister Jörg Roßkopf am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichwohl kann er sich aktuell „nur schwer vorstellen“, dass Hallenveranstaltungen wie Gugge-Bälle im kommenden Winter stattfinden können.

Entscheidung erst im November

Auf der Straße sei eventuell schon eher etwas möglich, aber auch hier sei es natürlich unmöglich, den Mindestabstand von 1,5 Metern immer einzuhalten. Die Gruppen für die Gugge-Explosion sind laut Roßkopf alle bestätigt, das Programm steht. Alles weitere müsse man sehen: „Wir lassen uns jetzt noch nicht verrückt machen und warten mit einer endgültigen Entscheidung bis November. Vielleicht können wir einzelne Elemente unserer Fasnacht retten“, sagte Roßkopf. Denn angesichts benötigter Genehmigungen und Infrastruktur könne die Gilde nicht spontan im Januar entscheiden, ob es eine Fasnacht 2021 gibt: „Wir planen erst einmal maximal groß, kürzen und weglassen ist immer möglich.“

Was sicher stattfinden kann, ist hingegen die Hauptversammlung Ende des Monats. „Ich bin froh, dass wir sie jetzt doch noch durchführen können“, sagte Roßkopf. Denn normalerweise bilde diese stets den Abschluss der Fasnachtssaison. Außerdem seien alle Vorstandsmitglieder aktuell formal nur noch kommissarisch im Amt: „Die Amtszeit ist im Mai abgelaufen, aber solche Fälle gibt es jetzt gerade in jedem zweiten Verein“, erklärte der Obergildenmeister.

„Gesamterneuerungswahl des Gildenvorstands“

Um so wichtiger wird am 30. Juli indes der siebte Tagesordnungspunkt werden – die „Gesamterneuerungswahl des Gildenvorstands“. Denn alle 15 Posten müssen gewählt werden, und einige langjährige Vorstandsmitglieder haben bei Roßkopf bereits ihren Rückzug – zumindest ins zweite Glied – angekündigt.

Dazu zählt auch „Mister Fasnacht“: Klaus Breitenfeld. Der stellvertretende Obergildenmeister, Kanzellar und Chronist will laut Roßkopf nach 19 Jahren im Vorstand etwas kürzer treten, wird aber weiterhin die Chronik übernehmen.

Des weiteren steht Thorsten Schützek, Seneschall und ebenfalls Stellvertretender Obergildenmeister, aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Damit bleibt Michael Lindemer als einziger der drei bisherigen Stellvertreter, weshalb Roßkopf von einem „einschneidenden Umbruch“ spricht.

Roßkopf will sich „in drei Jahren überflüssig machen“

Ebenfalls kürzer treten will Gildenmeister Frank Morgenstern, der bislang für den Seniorennachmittag verantwortlich war. Und auch Jörg Roßkopf selbst macht „keinen Hehl daraus“, dass er einen Nachfolger sucht. „Es ist nicht so, dass es mir keinen Spaß mehr macht“, betonte er, gleichwohl wolle er die Zukunft der Lörracher Fasnacht langsam in jüngere Hände legen.

Eine weitere dreijährige Amtszeit will er aber noch dranhängen, wenn er wieder gewählt wird: „Ich bleibe solange an Bord, wie es notwendig ist. Denn mir ist es wichtig, dass alles, was wir in den ganzen Jahren aufgebaut haben, weitergeht. Aber natürlich muss es nicht auf gleiche Weise weitergehen“, sagte Roßkopf. Darum sei es sein Ziel, sich „in den kommenden drei Jahren überflüssig zu machen“ und so eine weitere Verjüngung des Gildenvorstands voranzutreiben.

Keine Nachwuchssorgen

Denn während viele andere Vereine Nachwuchssorgen umtreiben, hat die Gilde laut Roßkopf in diesem Bereich „ein Luxusproblem“. Aktuell arbeiten 21 Personen im Vorstand mit, obwohl es nur 15 stimmberechtigte Posten gibt.

„Wir sind in der glücklichen Position, dass genug Leute mitarbeiten, einige aber eben bislang nur keine Amtskette tragen“, erklärte der Obergildenmeister. Künftig soll die Arbeit im Vorstand darum umstrukturiert werden. Roßkopf stellt sich jeweils „Tandems“ für die Leitung der großen Themenblöcke wie Straßenfasnachtsveranstaltungen oder Finanzen vor.

Dieses und weitere Themen sollen bei der Hauptversammlung besprochen werden, die unter besonderen Bedingungen stattfinden wird. Denn angesichts von 43 Mitgliedsvereinen, die coronabedingt jeweils nur zwei Vertreter entsenden dürfen, dem Vorstand sowie einem Anwärterverein, rechnet Roßkopf mit insgesamt rund 100 bis 120 Gästen.

„Gemäß der jüngsten Corona-Verordnung ist die Durchführung möglich, zudem werden wir auf Tische verzichten und die Stühle in der Halle verteilen.“ Eine richtige Bewirtung wird es nicht geben, stattdessen werden laut Roßkopf kostenlose Getränke in Flaschen vor der Sitzung angeboten. Bis zum Sitzplatz und auch auf dem Weg nach draußen muss ansonsten jeder einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

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