Lörrach Umweltfreundlicher Genuss

Das „Alt Stazione“ bietet bereits eigene Mehrweg-Kaffeebecher mit Logo für die Kunden an. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Mit einer Werbekampagne möchte die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass die lokalen Anbieter ihren „Coffee to Go“ verstärkt in Mehrwegbechern ausschenken. Die Rückmeldungen der Anbieter sind jedoch dürftig.

Von Kristoff Meller

Lörrach. „Das Thema Müllvermeidung liegt uns am Herzen, darum würden wir die Zahl der Einwegbecher gerne verringern“, erklärte Bürgermeister Michael Wilke in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Technik, Bildung und Soziales. Allerdings könne kein Betrieb zur Einführung gezwungen werden. Der Vorstoß geht auf einen im Februar gestellten Antrag der SPD zurück, der sich für die Einführung eines Mehrwegbecher-Systems ausgesprochen hatte.

Der Fachbereich Umwelt und Klimaschutz hatte nach einem Beschluss im Gemeinderat Kommunen angeschrieben, die bereits ein Pfandsystem haben, um Erfahrungen einzuholen. „Vor allem die Qualität der Becher hat uns nicht überzeugt“, schreibt Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin Umwelt und Klimaschutz. Zudem sei die Rücklaufquote nicht ideal. In manchen Städten würden bis zu 15 Prozent der Becher von den Kunden als Souvenir behalten.

In einer parallel durchgeführten Umfrage, wurden 76 Betreiber von Cafés und Bistros in Lörrach angefragt, ob sie „Coffee to Go“ anbieten, ob sie mitgebrachte Mehrwegbecher akzeptieren, ob sie an einem Pfandsystem oder an einem System mit mitgebrachten Bechern interessiert sind, so die Vorlage. Lediglich 31 Betriebe haben sich zurückgemeldet, 15 davon bieten gar keinen „Coffee to Go“ an. Von den 16 übrigen verwendet ein Betrieb ausschließlich Mehrwegbecher. Zehn akzeptieren eigene Becher und bieten teilweise sogar einen Rabatt. Bei dreien ist es nicht möglich Becher mitzubringen.

„Für das Pfandsystem haben sich nur drei ausgesprochen“, fasst Staub-Abt zusammen. „Es haben sich jedoch auch Betriebe nicht zurückgemeldet, von denen wir wissen, dass Mehrwegbecher mitgebracht werden können beziehungsweise bereits eigene Mehrwegbecher im Angebot sind.“

Gemeinsam mit dem BUND und der Wirtschaftsförderung wurden alle Betriebe zudem zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Nur zwei Betriebe folgten der Einladung. Im Gespräch sei deutlich geworden, dass die Mehrwegbecher von jeder Generation genutzt werden – oftmals von Stammkunden. Ein Vertreter schätzte die derzeitige Nutzung von mitgebrachten Mehrwegbechern in seinem Betrieb allerdings auf nur rund drei Prozent.

Zur Steigerung der Nutzung von Mehrwegbechern schlägt der Fachbereich eine Werbekampagne vor. Diese soll Flyer, Plakate für die Schaufenster und Aufkleber für die Geschäfte zur Kennzeichnung umfassen. Städtische Mehrwegbecher mit Logo soll es vorerst nicht geben, da einige Betriebe, diese selbst im Angebot haben, so Staub-Abt.

Bevor die Materialien abschließend erstellt werden, will die Fachbereichsleiterin noch einmal alle Anbieter anschreiben, damit sich diese beteiligen können. Die Aktion soll nach der Genehmigung des Haushaltsplans 2018 mit der Erstellung der Werbematerialien beginnen. Die Kosten für die Kampagne schätzt Staub-Abt auf rund 3000 bis 5000 Euro. Diese könnten vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltsplanes aus den laufenden Mitteln des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz finanziert werden.

„Ist das eine städtische Aufgabe?“, fragte sich Bernhard Escher (CDU) in der Ausschusssitzung angesichts der Kosten. „Ja, das ist ein Umweltschutzthema“, entgegnete Hubert Bernnat (SPD). „Es gibt Dinge, die bekommt man nicht so in den Griff, wie man es gerne hätte“, stellte Stephan Berg (Grüne) fest. Durch die Kampagne lasse sich der Müllberg aber vielleicht wenigstens etwas verringern.

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