Lörrach Umzug und Entschädigung

Die Oberbadische, 13.11.2017 19:40 Uhr

Von Guido Neidinger

Die Stadtverwaltung hat sich endgültig festgelegt: Der Werkhof soll im Lerchengrund angesiedelt werden. Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeister Michael Wilke werden dem Gemeinderat am Donnerstag vorschlagen, die Planungen für diesen Standort weiter zu betreiben.

Lörrach. Freudensprünge wird diese Nachricht bei den Bewohnern der Hartmattenstraße und des Rebmannsweges nicht auslösen. Auch die Mitglieder der Gartenfreunde Lörrach, die hier ihre Anlage haben, sind von diesen Plänen nicht begeistert. Wilke weiß das, sieht aber angesichts der Grundstücksknappheit in Lörrach keine andere Möglichkeit. Zahlreiche Grundstücke seien unter die Lupe genommen worden. Alle wurden entweder als ungeeignet fallen gelassen oder stehen nicht zur Verfügung, weil sie dem Bund oder dem Land gehören. Und von deren Behörden sei eindeutig signalisiert worden, dass ein Verkauf an die Stadt nicht in Frage komme. Auch von einem privaten Grundstückseigentümer erhielt die Stadt eine Absage.

Im Lerchengrund müssen laut Lutz Lärmschutzmaßnahmen sicherstellen, dass der Werkhof dort funktioniere. Dies gilt insbesondere für nächtliche Einsätze im Winter.

Ein weiteres Problem: Die Kleingartenanlage muss verlegt werden. Und nicht nur das: Die Pächter der Parzellen müssen für ihre Investitionen entschädigt werden. Hier drohen der Stadt langwierige Verhandlungen.

Noch aber ist es nicht soweit. Bis zu fünf Jahre werden laut Lutz ins Land gehen, bis die Planungen abgeschlossen und die Entschädigungsverfahren erledigt sind. „Da wird um jeden Strauch gefeilscht.“

Die Verlegung des Werkhofs in den Lerchengrund hat laut Wilke aber auch Vorteile. Parallel dazu kann die unbefriedigende Zuwegung zur Dualen Hochschule an der Hangstraße optimiert werden. Außerdem sind Synergieeffekte zwischen Werkhof und der Stadtgärtnerei zu erwarten.

Für nicht ausgeschlossen hält der Oberbürgermeister Widerstand aus den Reihen des Gemeinderats. „Wer den Standort nicht möchte, muss sagen, wo es besser möglich ist“, fordert Lutz in diesem Fall Vorschläge.

Keine Lösung sind die ebenfalls von einer Projektgruppe geprüften Varianten für einen Verbleib des Werkhofs an der Teichstraße/Wiesenstraße. Sowohl die Sanierung als auch der Abriss und Neubau mussten sehr schnell ausgeschlossen werden, weil es hier keine Erweiterungsmöglichkeiten gibt, nachdem klar wurde, dass auch das angrenzendes Grundstück des Energieversorgers Badenova an der Wiesentalstraße nicht zur Verfügung steht. Das Unternehmen benötigt das Areal selbst.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont Wilke. Nach eingehender Prüfung aller Möglichkeit habe sich der Standort im Lerchengrund „als die einzig vernünftig machbare Option für einen Werkhofneubau herausgestellt“.

 
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