Lörrach Ungeteiltes Ja zur Bankenehe

Die Bankenehe ist perfekt. Einhellig stimmte die Vertreterversammlung der Volksbank Dreiländereck am Mittwochabend im Burghof für die Verschmelzung mit der VR-Bank Schopfheim-Maulburg, deren Gremium den Zusammenschluss bereits am Dienstag mit 93,5 Prozent beschlossen hatte (wir berichteten).

Von Peter Ade

Lörrach. Die Fusion ziele darauf ab, aus starker Position heraus die langfristige Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit als regionale Bank im Landkreis zu sichern, begründete Günther Heck als Vorstandsvorsitzender der größer gewordenen Volksbank Dreiländereck den Schritt. Heck erklärte: „Für Banken ergeben sich derzeit Herausforderungen, die das Ausmaß der vergangenen Jahre weit übersteigen.“ Die Zinserträge seien in den vergangenen Jahren stetig massiv rückläufig und die Margen stehen immer stärker unter Druck. Dies gelte besonders für regionale Banken, bei denen das Zinsgeschäft das Hauptgeschäft sei und nicht das Investmentbanking.

Noch im Jahr 2018 habe der Zinsüberschuss bei 23,1 Millionen Euro gelegen. Zum 31. Dezember 2020 sank er auf 18,9 Millionen. „Hinzu kommt, dass die Ertragschancen im Eigenanlagengeschäft und Treasury ebenfalls weiter sinken“, argumentierte Heck.

Gesamtvolumen liegt bei 2,2 Milliarden Euro

Die neue Betriebsgröße der Volksbank Dreiländereck hat laut Vorstand bessere Voraussetzungen, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Die Wurzeln der vereinigten Genossenschaft lägen dabei weiterhin in den regional angestammten Geschäftsgebieten. Die neue Bank habe nach heutigem Stand ein Bilanzvolumen von rund 2,2 Milliarden Euro. Es würden über 300 Menschen beschäftigt. „Mitglieder- und Kundenorientierung bleiben die zentrale strategische Ausrichtung“, versicherte Heck.

Auch 2020 habe sich die Volksbank Dreiländereck mit aktuell über 35 100 Mitgliedern als zuverlässiger Partner für Firmen- und Privatkunden erwiesen, bilanzierte der Vorstandsvorsitzende zum Auftakt der Vertreterversammlung. Die Bilanzsumme wurde demnach um 13,8 Prozent auf 1,532 Milliarden Euro ausgebaut.

Kredite bleiben gefragt

„Sehr aktiv“ ist auch das Kreditgeschäft: Es wurden Kredite in Höhe von 235 Millionen Euro zugesagt – 152 Millionen Euro (+21,6 Prozent) an Privatkunden und 83 Millionen Euro (27,8 Prozent) an Firmenkunden. Zum Jahresende wurde ein Kundenkreditvolumen von rund 1,216 Millionen Euro betreut. Die Steigerung zum Vorjahr beträgt 6,3 Prozent. Der Wertpapierumsatz kletterte um 43,4 Prozent auf 109 Millionen Euro.

Im vorangegangenen Geschäftsjahr beschäftigte die Volksbank Dreiländereck 205 Mitarbeiter und 19 Auszubildende. Insbesondere die Leistungen über Telefon, Internet und Smartphone sind nach Angaben des Vorstands erweitert worden. Gleichzeitig sei der Bank der persönliche Kontakt zu Mitgliedern und Kunden sehr wichtig. Deshalb investiere man permanent in die Modernisierung der 16 Filialen.

Hilfe für Vereine

Als regionale Bank sei man auch für Vereine und soziale Institutionen in der Region erreichbar, insbesondere dann, wenn sie für ihr gesellschaftliches Engagement finanzielle Unterstützung bräuchten oder vor besonderen finanziellen Anschaffungen stünden. Im vergangenen Jahr wurden hierfür rund 175 000 Euro ausgegeben.

Im Weiteren erläuterte Vorstandsmitglied Marco Kückmann die Positionen zur insgesamt guten Geschäftsentwicklung der Bank. Der Zinsüberschuss sei nach wie vor die wichtigste und stärkste Ertragsquelle. 2020 lag er bei 19,7 Millionen und damit 1,8 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres.

Der Provisionsüberschuss als zweite große Ertragssäule taxiert mit 14,6 Millionen Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahrs. Infolge des Corona-Lockdowns und der Grenzschließungen musste die Bank Einbußen hinnehmen, konnte diese aber durch eine „sehr gute“ Vertriebsleistung größtenteils aufholen.

Beide Positionen zusammen – Zins- und Provisionsüberschuss – ergeben den Rohertrag, also die Summe aller Ertragskomponenten. Mithin hat die Bank 2020 einen Rohertrag in Höhe von rund 34,3 Millionen Euro erwirtschaftet, zwei Millionen weniger als 2019.

Im Folgenden billigte die Vertreterversammlung eine Dividende in Höhe von 3,2 Prozent als Ausschüttung an die Mitglieder – mithin eine Zahlung in Höhe von insgesamt 544 000 Euro.

Aufsichtsrat

Aufsichtsratsvorsitzender Eugen Katzenstein bestätigte dem Vorstand eine ordnungsgemäße Geschäftsführung. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kása fasste den Prüfungsbericht des baden-württembergischen Genossenschaftsverbandes zusammen: „Die Vermögenslage ist geordnet. Die Ertragslage war im Geschäftsjahr 2020 gut. Die wesentlichen Kennzahlen liegen deutlich über den Vergleichswerten.“

Infolge der Fusion mit der VR-Bank Schopfheim-Maulburg gehören dem Aufsichtsrat neuerdings zehn Mitglieder an – sieben aus dem Bereich Lörrach, drei aus dem Wiesental. Ernst Kammerer ist altershalber aus dem Aufsichtsrat der Volksbank Dreiländereck ausgeschieden. Andreas Kása und Thomas Kasperzak wurden einstimmig wiedergewählt. Von der bisherigen VR-Bank sind Friedrich Brüderlin, Alexander Graf und Andreas Philipp neu hinzugekommen.

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