Lörrach „Verflixt nah am Lockdown“

In der Fußgängerzone wurden am Donnerstag kleine Hinweisschilder zur Maskenpflicht montiert. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Oberbürgermeister Jörg Lutz hat am Donnerstagabend im Gemeinderat die permanente Maskenpflicht in der Fußgängerzone verteidigt. Denn, so Lutz: „Wir sind verflixt nah an einem zweiten Lockdown.“ Diesen gelte es unbedingt zu vermeiden.

„Jetzt ist die Zeit, um die zweite Welle zu brechen. Wenn uns das in den kommenden zwei, drei Wochen nicht gelingt, werden wir es vielleicht nicht mehr schaffen. Ein zweiter Lockdown wäre für die Wirtschaft eine Katastrophe“, sagte der OB mit Blick auf den deutlichen Anstieg der Infektionszahlen – auch im Landkreis Lörrach:  Gestern ist die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis auf 54,6 und damit über den kritischen Grenzwert von 50 gestiegen. Weitere Verschärfungen der geltenden Corona-Maßnahmen seien in Abhängigkeit der lokalen Lage nun vom Landratsamt zu prüfen, wie die Kreisverwaltung bereits vergangene Woche für diesen Fall mitteilte. Derzeit werden vier Patienten mit Covid-19-Infektion im Krankenhaus behandelt.

"Maskenpflicht in der Fußgängerzone zumutbar"

Überall in Europa biete sich das gleiche Bild, sagte Lutz. Angesichts des Anstiegs der Fall-Zahlen und im Vergleich mit Maßnahmen in anderen Ländern sei eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone zumutbar.

Die Stadt hat das Tragen einer Mund- Nasen-Bedeckung mittlerweile auf die Wege innerhalb ihrer Arbeitsstätten ausgeweitet. Auch während Besprechungen ist die Maske in Räumen ohne Möglichkeiten zur Lüftung obligatorisch. Die schlechten Lüftungsmöglichkeiten in der alten Brombacher Sporthalle sind die Ursache, weshalb sämtliche Stadträte und Verwaltungsvertreter seit gestern auch während der Sitzungen die Maske aufbehalten.

Keine Kommentare, keine Rückfragen

Etwas überraschend kam es nach den Ausführungen des Oberbürgermeisters nicht zu einer Debatte: keine Kommentare, keine Rückfragen. Es war mit Händen zu greifen, wie ernst der OB die Situation nimmt. „Ich bitte sie inständig“, appellierte Lutz, im Bemühen um die Eindämmung der Infektionszahlen mitzuhelfen. Dann sehe er beispielsweise die Chance, mit den entsprechenden Einschränkungen an Weihnachten Gottesdienste zu feiern.

Lutz hatte sich noch am Mittwoch an das Sozialministerium gewandt. Die neue Landesverordnung lasse offenbar für viele Bürger Interpretationsspielraum über die Frage von Verbindlichkeit oder Freiwilligkeit der Maskenpflicht in der Fußgängerzone offen. Deshalb wünsche er sich vom Ministerium, die Regelung in der Verordnung unmissverständlich „in die eine oder andere Richtung zu konkretisieren.“ Um eine breite Akzeptanz für die Maßnahmen zu erlangen, seien klare Regeln notwendig.

is zu dieser Klärung würden keine Bußgelder verhängt. Klar sei auch, so Lutz: „Wir müssen jetzt als Stadt, Landkreis und Nation zusammenhalten.“

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