Lörrach Vergabe auf der Zielgeraden

Die Oberbadische, 16.05.2018 20:38 Uhr

Eine wichtige Etappe auf dem Weg zum neuen Zentralklinikum im Hauinger Entenbad dürfte bald genommen sein. Am 18. Juli soll der Kreistag darüber entscheiden, welcher Planungsentwurf den Zuschlag erhält. Bei einer Bürgerinformation im Landratsamt wurden am Dienstagabend die vier Entwürfe vorgestellt, die das Preisgericht aus 15 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt hatte.

Von Markus Greiß

Lörrach. Sabine Bommel von der eingebundenen Klinik-Beratungsfirma Andree Consult legte den Schwerpunkt ihrer Präsentation auf das aktuell erstplatzierte Kooperationsprojekt „Campus“ der Hascher Jehle Design GmbH und der Wörner Traxler Richter Planungsgesellschaft.

Nach diesem Entwurf sollen das Zentralklinikum, die psychiatrische Fachklinik, das Ärztehaus mit angeschlossener Onkologie sowie das 1000 Stellplätze bietende Parkhaus mit integrierter Ladenzeile um einen großzügigen Platz herum gruppiert werden. Die Planer möchten die Behandlungs- und Untersuchungsräume in einem etwa zweigeschossigen Sockel unterbringen, auf dem mehrere Klinikgebäude versetzt angeordnet sind. Die Hochwassergefahr soll durch die Erhöhung des Areals gebannt werden. Fast alle Patientenzimmer in den höchstens sechsstöckigen Gebäuden böten freien Blick in die Landschaft, so Bommel.

Ebenfalls prämiert wurden die Arbeiten „Kleeblatt“ der sander.hofrichter architekten GmbH, „Kamm-Struktur“ der Thomas Müller/Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH sowie „Campusplatz“ der Architekten Eggert Generalplaner GmbH. Obwohl diese auf den Rängen zwei bis vier platzierten Entwürfe bei der Bürgerinformation wenig Raum einnahmen, haben auch sie noch Chancen auf den Zuschlag.

„Alle vier Entwürfe sind baubar und haben noch Verbesserungsmöglichkeiten“, betonte Landrätin Marion Dammann, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Kreiskliniken ist. Jetzt werde geprüft, wie leistungsfähig die Planungsbüros sind, wie sie geäußerte Kritikpunkte aufnehmen und ob sie beim Honorar entgegenkommend sind, so Bommel. Die endgültigen Angebote der Büros sollen im Juni vorliegen.

Mehrere Fragen aus dem Publikum drehten sich um die Verkehrsanbindung des sieben Hektar großen Krankenhausareals, das erst noch durch die Verlegung der Landesstraße L 138 geschaffen werden muss und über einen Kreisel im Osten für den Autoverkehr erschlossen werden soll. Laut Dammann war das Thema Umgang mit der Verkehrsbelastung kein Bestandteil des Vergabeverfahrens. Der Landkreis sei aber mit den Gemeinden Lörrach und Steinen sowie mit dem Regierungspräsidium im Gespräch, um drei zentrale Punkte zu klären: die Situation am Kreisel in Steinen, den Anschluss an die B 317 sowie die Gestaltung des Knotenpunkts Hasenloch. „Das haben wir eng im Blick“, so Dammann.

Im Süden wird zudem ein S-Bahn-Halt entstehen. Sollte dieser nicht rechtzeitig bis zur 2025 geplanten Klinikeröffnung fertig sein, werde es übergangsweise eine Busanbindung an die S-Bahn-Haltestelle in Brombach geben.   Eine Ausstellung mit allen Entwürfen ist vom 4. bis 15. Juni im St. Elisabethen-Krankenhaus zu sehen.

 
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