Lörrach Verkehr macht das Planen schwer

Die Oberbadische, 13.09.2018 20:27 Uhr

Im Zentrum einer sehr gut besuchten Bürgerinformation über das Zentralklinikum standen im Landratsamt vor allem die Verkehrsführung und die noch mit Fragezeichen behaftete Kostenentwicklung.

Von Peter Ade

Lörrach. „Wir stehen immer noch am Anfang, haben aber alles gut organisiert und sind gut aufgestellt“, beschrieb Landrätin Marion Dammann am Mittwoch die Situation. Sie bat die Bürger um Unterstützung und Vertrauen.

„Architektur ist so wichtig wie die Funktion“, begann Linus Hofrichter, geschäftsführender Gesellschafter des Ludwigshafener Generalplaners a|sh sander.hofrichter architekten, die Erläuterung des Entwurfs, über den wir ausführlich berichteten.

Mensch im Mittelpunkt

Im Inneren des Klinikums würden alle Bereiche so angeordnet, dass der Mensch stets im Mittelpunkt stehe. Umgeben von viel Grün bildeten das Klinikum, das Zentrum für seelische Gesundheit und ein Ärzte- und Gesundheitskaufhaus mit Parkhaus einen „in sich harmonischen Gesundheitscampus“.

Die Pläne sehen einen zweigeschossigen, so genannten „Breitfuß“ als Sockel vor, in dem alle vor- und nachstationären Untersuchungs- und Diagnostikbereiche um die Empfangshalle gruppiert sind. Darüber finden sich drei jeweils dreigeschossige Bauten für die Pflegestationen. Diese dreigeschossigen Pflegetrakte des Zentralklinikums recken sich kleeblattähnlich über diesen zweigeschossigen Funktionssockel in Richtung der freien Landschaft. „Der Blick ins Grüne fördert die Gesundheit“, unterstrich Hofrichter.

Hochwertige Gestaltung

Außen- und Innenbereiche verschmelzen laut Planer in einer hellen, offenen Eingangshalle. „Besonderen Wert legen wir auf hochwertige Gestaltung der Außenbereiche.“ Vorgesehen seien ein Park mit Zonen der Aktivität und der Ruhe, Bepflanzungen und Wasser.

Oberbürgermeister Jörg Lutz versicherte, dass man derzeit intensiv an der Planung zur Verlegung der Landesstraße 138 arbeite. Die neue Trasse soll 2020 fertig sein. Zudem würden Erschließungsfragen und die Anbindung an den ÖPNV – insbesondere an die Regio-S-Bahn – geklärt. „Wir sind mit Volldampf dran“, ergänzte Landrätin Dammann.

Darüber hinaus, so Lutz, seien in größerem Kontext Fragen zur künftigen Ausgestaltung des Verkehrsknotens Hasenloch, des Steinener Kreisels und der Klinik-Anbindung an die Bundesstraße 317 zu klären.

Knackpunkt Verkehr

Die zukünftige Verkehrsführung beschäftigt Planer und Bürger gleichermaßen. „Da geht alles viel zu langsam“, beklagte etwa der Christdemokratische Hauinger Ortschaftsrat Jürgen Weltin. Unter dem Beifall zahlreicher Bürger sagte er: „Wenn’s da nicht zügig vorwärts geht, erleben wir den Verkehrskollaps.“

Finanzen

Hinsichtlich der Finanzierung des Gebäudekomplexes sieht Kliniken-Geschäftsführer Armin Müller eine „ganz große Verantwortung – auch für die nächste Generation.“ Gegenüber Kritikern verteidigte Müller den bisher ermittelten Kostenrahmen in Höhe von rund 250 Millionen Euro.

Das Land werde rund 120 Millionen Euro beisteuern. „Den Rest müssen wir selbst erwirtschaften“, bestätigte Müller. Im Sommer 2019 würden die endgültigen Kosten feststehen.

„Wir haben bei unseren Projekten stets eine gute Trefferquote erzielt“, beruhigte Architekt Hofrichter die Zweifler.

Palliativstation kommt

„In Kürze“, so hieß es, werde die Frage geklärt, ob die Kinder- und Jugendpsychiatrie ebenfalls ins Entenbad kommt. Die Entscheidung liege bei der Landespsychiatrie in Emmendingen.

Fest zugesagt wurde eine eigenständige Palliativ-Abteilung mit voraussichtlich acht bis zehn Betten.

 
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