Lörrach Versteigerung für Frühchen-Station

Tim Porsche, Attila Pethö-Schramm und Florian Porsche (von links) mit der Triumph Thruxton, die sie Anfang Mai versteigern. Foto: zVg

Lörrach - Die Brüder Florian und Tim Porsche aus Lörrach sind gerade aus Eritrea zurückgekehrt. Schon zum siebten Mal reisten der Installateur und der Zimmermann in die 82 000-Einwohner-Stadt Keren, um beim Bau einer Frühchen-Station mit anzupacken. Nun hat ihnen Attila Pethö-Schramm aus Lörrach ein Motorrad geschenkt, das der guten Sache zugutekommen soll.

„Wir versteigern die Triumph Thruxton Sonderedition 2010 ab Anfang Mai bei Ebay“, erzählt Florian Porsche. Weltweit gebe es das Modell nur 200 Mal. Der Erlös geht komplett an den Bau des Perinatalzentrums, das der gemeinnützige Verein „Archemed – Ärzte für Kinder in Not“ in der zweitgrößten Stadt Eritreas vorantreibt.

Dort ist die Sterberate bei Neugeborenen besonders hoch. Die Müttersterblichkeitsrate gilt gar als höchste weltweit: 500 von 100 000 Frauen sterben bei der Geburt. Viele Schwangere sind unterernährt, was Frühgeburten begünstigt. Gleichzeitig sind die hygienischen Bedingungen mangelhaft bis katastrophal. Auch die medizinische Versorgung liegt mit 0,5 Ärzten pro zehntausend Einwohnern weit unter dem Bedarf. Das kleine, alte Krankenhaus in Keren ist laut Archemed das medizinische Zentrum für den gesamten Norden des Landes mit über einer Million Menschen.

Bei nunmehr sieben Einsätzen haben Florian und Tim Porsche am Bau der Frühchen-Station in Keren mitgearbeitet. Seit sie 2016 zum ersten Mal vor Ort waren, um beim Legen der Abwasserleitungen zu helfen, sind sie regelmäßig wieder nach Ostafrika geflogen. „Für uns war das klar, nachdem wir gesehen hatten, wie viel man dort mit der eigenen Manpower bewirken kann und wie man schon mit dem Austausch eines Wasserhahns und der Instandsetzung einer Leitung Leben retten kann“, sagt Florian Porsche.

Viel Unterstützung aus dem Umfeld

Während er seinen Urlaub für die Einsätze nutzt, wird sein Bruder Tim von seinem Arbeitgeber SAK freigestellt. Wie die beiden überhaupt viel Unterstützung aus ihrem Umfeld bekommen: „Vor Kurzem hat uns ein Bekannter Babykleidung im Wert von 200 Euro gespendet“, freut sich Florian Porsche. Auch seiner Frau sei er dankbar dafür, dass sie ihm den Rücken freihält, wenn er als Vater von drei kleinen Kindern seine Urlaube für Arbeitseinsätze in einer Militärdiktatur und in einem der ärmsten Länder der Welt aufbringt.

Voraussichtlich im November ist die Eröffnung des Krankenhaus-Anbaus, der unter anderem Neugeborenen-Intensivstation, Kaiserschnitt-Operationsraum, Narkose-, Aufwach- und Ärztezimmer sowie ein Sanitärtrakt beherbergen wird. Weiterhin werden Gelder für Gerätschaften, Einrichtungsgegenstände sowie den Unterhalt benötigt. Mit der Versteigerung des Motorrads wollen die Brüder Porsche und der Spender Attila Pethö-Schramm einen finanziellen Beitrag leisten.   Wer an der Auktion teilnehmen möchte, kann sich für weitere Informationen an die Organisatoren per E-Mail unter einetolleidee@gmx.de wenden

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