Lörrach Viel Bewegung an der Grenze

Die Mitarbeiterinnen des Büros „Denkstatt“ (v.l.) Christine Hirzel, Lyne Moon, Tabea Michaelis und Franziska Schüppach (Illustratorin, sie zeichnete die „Schatzkarte“) Fotos: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Beim Projekt „Am Zoll Lörrach Riehen“ wollen beide Kommunen die Quartiere an der Grenze gemeinsam städtebaulich aufwerten und zudem grenzüberschreitende Mobilitätsfragen bearbeiten. Am Samstag stellten Oberbürgermeister Jörg Lutz, der Vizepräsident des Gemeinderats von Riehen, Guido Vogel, und die Geschäftsführerin der IBA Basel, Monica Linder-Guarnaccia, am „Tag der Städtebauförderung“ das Projekt der Öffentlichkeit vor. Auch erste Ergebnisse einer Anwohnerbefragung wurden präsentiert.

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Am Anfang des Projekts stand die Idee, direkt am Zoll eine S-Bahnhaltestelle zu schaffen und als Mobilitätsdrehscheibe für Bahn, Bus, Rad- und Fußverkehr auszubauen. An diesen Umstand erinnerte Lutz in seiner Ansprache am Infopavillon, dem IBA Kit direkt am Zoll. Der Bau der S-Bahnhaltestelle ist nun zurück gestellt – unter anderem, weil Stadt und Landkreis Lörrach bis 2025 bevorzugt einen S-Bahnhalt am neuen Zentralklinikum bauen wollen.

Das Projekt „Am Zoll Lörrach Riehen“ treiben die Stadt Lörrach, die Gemeinde Riehen und der Kanton Baselstadt unterstützt von der IBA Basel dennoch voran. Der deutsche Bund fördert es über das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ bis zum Jahr 2021 mit 5,3 Millionen Euro.

Neuer Wohnraum soll auf beiden Seiten der grenznahen Quartiere entstehen, und die Lebensqualität der Anwohner soll verbessert werden. Doch Lutz erinnerte daran, wie eng diese Planungen mit Verkehrsfragen verknüpft sind. Über eine Studie zur Verlängerung der Tram von Basel nach Lörrach werde der Lörracher Gemeinderat am 17. Mai abstimmen, sagte er.

Auch die Studie zum Viertelstundentakt der S-Bahnlinie 6, die vom Agglomerationsprogramm Basel gefördert wird, müsse berücksichtigt werden.

Um Riehen vom Autoverkehr zu entlasten, müsse man für die 6000 Grenzgänger aus Deutschland Alternativen schaffen, betonte Lutz. Außerdem könne man die überdimensionierten Zollanlagen, an denen heute keine Lastwagen mehr abgefertigt werden, zurückbauen: „Es ist viel in Bewegung.“

Guido Vogel erinnerte daran, dass derzeit die Lörracher Straße in Riehen saniert und so umgebaut wird, dass sie für den Durchgangsverkehr Richtung Basel unattraktiv wird. Auch Vogel sah Verbesserungspotenzial bei Bus und Bahn. Er berichtete, dass die Gemeinde Riehen Quartierswerkstätten einrichten will, in denen Anwohner, Gewerbetreibende und Quartiersvereine Verbesserungen für die Wohnqualität erarbeiten können. Er lud auch die Lörracher Seite ein, sich zu beteiligen: „Wir sprechen hier die gleiche Sprache.“ Auch Linder-Guarnaccia regte an, gemeinsam für mehr Lebensqualität zu arbeiten.

Im Rahmen des Projekts „Am Zoll“ haben Mitarbeiterinnen des Büros „Denkstatt“ Menschen dies- und jenseits der Grenze bereits seit dem 23. April nach ihrem Alltag und ihren Wünschen befragt. Die Antworten hielten sie schriftlich, aber auch auf einer gezeichneten „Schatzkarte“ fest, die sich am Samstag eine Handvoll Bürger im IBA-Pavillon anschauten.

Insgesamt leben die Menschen gerne in ihrem Quartier, weil die Wege in die Stadt aber auch ins Grüne kurz seien, berichtete Lyne Moon vom Büro „Denkstatt“. Mit dem öffentlichen Nahverkehr seien die Leute relativ zufrieden.

Zum Einkaufen führen nicht nur Schweizer über die Grenze, sondern auch etliche Deutsche.

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