Lörrach Viel Operette und ein umjubeltes Finale

Die Oberbadische, 17.04.2018 05:09 Uhr

Von Gottfried Driesch

Lörrach-Haagen. In der voll besetzten Alten Halle in Haagen ging am Sonntag die Operettenfassung von „Der Kongress tanzt“ über die Bühne. Das Publikum war begeistert und wollte gar nicht mehr mit dem Applaus aufhören.

Die von Werner Richard Heymann für einen der ersten Ufa-Tonfilme 1931 „Der Kongress tanzt“ komponierte Musik wurde von der Volksoper Wien zu einer Operette aufgearbeitet. Die Handlung orientiert sich dabei weitgehend an der Filmhandlung. Film und Operette liegt ein historisches Ereignis zu Grunde: 1815 trafen sich viele europäische Herrscher unter der Federführung des österreichischen Außenministers Fürst von Metternich zum Wiener Kongress. Hier sollte nach den Napoleonischen Kriegen die europäische Ordnung wieder hergestellt werden.

Mit großer Leichtigkeit und vollen Stimmen

Um das Stück musikalisch reichhaltiger zu machen, wurden weitere Melodien von Heymann in das Werk integriert. So etwa „Du bist das süßeste Mädel der Welt“, „Hoppla, jetzt komm‘ ich“, „Du hast mir heimlich die Liebe ins Haus gebracht“ oder „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“.

Die Gesangssolisten Verena te Best als Christel, Boris Eder als Zar und Michael Havlicek als Pepi singen ihre Partien auch an der Volksoper Wien. Geübt, mit großer Leichtigkeit und vollen Stimmen brachten sie die Figuren auf die Bühne der Alten Halle. Mit kurzen Texten verbanden sie humorvoll die einzelnen Musiknummern. Am Klavier begleitete Istvan Bonyhadi mit Temperament und Einfühlungsvermögen.

Kokett und anmutig bezauberte Verena te Best in ihren Liedern „Mir ist so, ich weiß nicht wie“, „Das gibt’s nur einmal“ und „Irgendwo auf der Welt“. Der Operettentenor Boris Eder und der in Anwesenheit einer Frau leicht stotternde Buffo (Michael Havlicek) waren ihr gleichwertige Partner.

Die Zuhörer lernten so nebenbei, dass auch eine harte Holzbank beim Heurigen „ein Stück vom Himmel“ sein kann. Besonders gefühlvoll geriet „Es führt kein andrer Weg zur Seeligkeit“, gesungen von Eder. Gemeinsam standen alle drei Solisten nur beim umjubelten Finale „Das gibt’s nur einmal“ auf der Bühne.

Leicht und flüssig oder mit viel Energie und musikalischer Kraft spielte Istvan Bonyhadi die Ouvertüre und den Entracte nach der Pause.

Erst nach zwei Zugaben wurden die Künstler vom Publikum entlassen.