Lörrach. Bei der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen steht neben der Unterbringung der Menschen auch die Entwicklung von Konzepten für die Integration im Vordergrund. Bisher war der Landkreis mit der Betreuung der geflüchteten Menschen in den ersten zwölf Monaten der Anschlussunterbringung zuständig. Nun obliegt diese Aufgabe der Stadt. Die Auflistung bündelt wichtige Integrationsprojekte in Lörrach.

Integrationsmanager

Mit Ablauf der zwölf Monate sind die Flüchtlinge erfahrungsgemäß noch nicht in der Lage, ihren Alltag komplett zu regeln. Eine anschließende Betreuung durch Sozialarbeiter ist daher dringend erforderlich. Im Zuge des Paktes für Integration wird diese Unterstützung von „Integrationsmanagern“ gewährleistet, die für die bedarfsgerechte Sozialbetreuung eingesetzt werden.

Die Stadt hat die Einrichtung des Welcome-Centers für zunächst zwei Jahre im Rathaus beschlossen, welches als zentrale Anlaufstelle für die Koordination der Sozialbetreuung genutzt wird. Das Projekt sieht darüber hinaus vor, die aufsuchende Sozialbetreuung anzugliedern, die vom Caritasverband und dem Diakonischen Werk im Auftrag der Stadt durchgeführt wird.

Integrationsbeauftragte

Zudem wurde die Stelle der Integrationsbeauftragten für zunächst zwei Jahre bei der Stadt eingerichtet. Die Integrationsbeauftragte soll die konzeptionelle Entwicklung und bedarfsgerechte Anpassung des Integrationskonzepts in Lörrach voranbringen sowie geeignete Integrationsprojekte entwickeln.

Internationale Kommission

In Lörrach leben über 8000 ausländische Mitbürger. Sie werden von der Internationalen Kommission (IK) vertreten. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund liegt noch höher. Die Zahl verdeutlicht, warum Integration für die Stadt seit langem eine zentrale Aufgabe ist.

Die Kommission setzt sich aus zehn gewählten Personen mit Migrationshintergrund, Vertretern von Institutionen und Stadträten zusammen. Die Internationale Kommission ist ein beratendes Gremium des Gemeinderats.

Dolmetscherpool

Im Dolmetscherpool engagieren sich 14 ehrenamtliche Sprachvermittler in 16 Sprachen, um sprachliche und kulturelle Hürden in der Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen, Behörden sowie sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen zu überwinden.

Stadtteileltern

Sprachförderung für bleibeberechtigte Ausländer und Spätaussiedler allein ist nicht ausreichend, um die gleichberechtigte Teilhabe am Bildungssystem und Arbeitsmarkt zu gewährleisten. Angesichts der eher schlechten Bildungschancen vieler Kinder und Jugendlicher mit Migrationshintergrund kommt der Entwicklung niederschwelliger Präventions- und Bildungsarbeit eine besondere Bedeutung zu.

Speziell geschulte und qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen deshalb als „Stadtteileltern“ zugewanderte Familien und Einzelpersonen aus aller Welt. Oft sprechen sie deren Sprache und kennen die kulturellen Hintergründe. So fassen die Migrantenfamilien leichter Vertrauen und lernen vieles über die Sprache, Bildung, Erziehung und Gesundheit.

Kitchen on the run

Von Ende Mai bis Anfang Juli 2017 war der mobile Küchencontainer „Kitchen on the run“ auf dem Rathausvorplatz und bot Geflüchteten und Beheimateten einen Ort des Austauschs und des Kennenlernens. 400 Menschen aus über 37 Nationen kamen zu den 20 Kochabenden der gemeinnützingen Organisation „Über den Tellerrand“ zusammen. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte einen Flucht- oder Migrationshintergrund.

Gemeinsames Kochen und Essen ist das verbindende Kommunikationsmittel, wenn die gemeinsame Sprache vielleicht noch fehlt.