Lörrach Vier Szenarien fürs Rathaus

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Der Gebäudezustand des Rathauses ist schlecht. Foto: Marco Fraune

Die Fraktionen von Grünen und Freien Wählern äußern sich in Stellungnahmen vor der Sitzung des Gemeinderats zur Zukunft des sanierungsbedürftigen Rathauses.

Lörrach (bk). Dass dieses Gebäude sanierungsbedürftig ist, sei zwar für die Lörracher Bevölkerung nichts Neues, so Fraktionsvorsitzende Magarete Kurfeß für die Grünen.

Die Grünen

Das Rathaus verschlinge jedoch jedes Jahr rund 500 000 Euro für eine zunehmend schwieriger werdende Bauunterhaltung. Die Haustechnik sei veraltet, ebenso der energetische Status.

Und die vorgehängte Fassade des Rathauses stelle ein so großes Sicherheitsrisiko dar, dass bereits kurzfristig aufwendige Sicherungsmaßnahmen notwendig seien. Deshalb dulde das Projekt keinen Aufschub.

Von den vier angedachten Szenarien – zwei Standortalternativen („Luisenstraße“ oder im bald frei werdenden „Klinikareal“) und zwei Verfahrensvarianten (Sanierung oder „Abriss und Neubau“) – favorisieren die Grünen eine Sanierung an Ort und Stelle. Auch darum, weil dies die Entwicklungsmöglichkeiten des alten Kreisklinik-Areals nicht beschneiden würde.

Voruntersuchungen zur Sanierungsfähigkeit des Rathauses zeigten, dass das Tragwerk ertüchtigt werden könne und danach heutigen Sicherheitsstandards (Erdbeben, Brandschutz) entspreche. Variable Umgestaltungen der Raumaufteilung seien „in einem gewissen Rahmen“ möglich, so die Pressemitteilung. Der Denkmalschutz biete sogar „erhebliche Zuschussmöglichkeiten, die bei einem Neubau nicht bestehen würden“.

Einmal grundsaniert, stehe ein so ertüchtigtes Rathaus technisch einem Neubau in nichts nach, verweist die Fraktion auf die bisherige Aussage des Fachbüros Drees & Sommer.

Auch bei der vorliegenden Berechnung der CO2 Bilanz ergäbe sich das Argument „pro Sanierung“ und „contra Abriss & Neubau“. Bei einer Beibehaltung des heutigen Rohbau-Tragwerks werde etwa 93 Prozent weniger CO2 verbraucht als bei Abbruch und Neuerrichtung, so Kurfeß. Die CO2-Bilanz berücksichtige auch die „graue“ Energie: die in einem bestehenden Gebäude bereits verbaute, beziehungsweise bei seiner Neuerrichtung erneut anfallende Energie.

Es gelte nun aber zunächst alle Varianten zu prüfen und zu berechnen, bevor sich die Fraktion entgültig festlege.

Die Freien Wähler

Die Freien Wähler legen Wert darauf, dass die Verwaltung alle Szenarien für einen Sitz der Stadtverwaltung – insbesondere auch einen Neubau – ergebnisoffen prüft. Außerdem verlangen sie, dass die Verwaltung die Kosten für die einzelnen Baumaßnahmen transparent aufschlüsselt. Die Freien Wähler sind der Meinung, dass dank dieser Transparenz Einsparpotenziale ermittelt werden können und somit Kürzungen an anderer Stelle vermieden werden.

Für die vier Zukunfts-Szenarien liegen Berechnungen zur CO2-Bilanz vor. Der Fraktionsvorsitzende Matthias Lindemer merkt an, dass für Abriss und Neubau des Rathauses das denkbar ungünstigste Szenario mit einem extrem hohen CO2-Ausstoß angenommen wurde: Der Abriss des bestehenden Gebäudes mit Stahlbetongerüst und ein Neubau ebenfalls aus Stahlbeton.

Wenn man aber den Stahlbeton aus dem alten Gebäude in einem Neubau wiederverwenden und mit Holz kombinieren würde, könnte man auch einen Neubau mit einer wesentlich günstigeren CO2-Bilanz verwirklichen, so Lindemer.

In der Frage „Sanierung oder Neubau“ führen die Freien Wähler zwei weitere Argumente an: „Im jetzigen Rathaus nehmen die Flure und Verkehrswege gegenüber den Büros und Arbeitsräumen eine unverhältnismäßig große Fläche ein. Die Machbarkeitsstudie ergab außerdem, dass das Gebäude nicht erdbebensicher ist. Bei einer Sanierung müssten daher die bestehenden Wände und Stützpfeiler verstärkt werden. Das würde jedoch in den Büros zusätzlich Fläche wegnehmen“, merkt Silke Herzog an.

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