Lörrach Vom E-Auto bis zur Kartoffelbatterie

Adrian Steineck
Die Organisatoren des Klimatags um Jörg Lutz (dritter von links), Britta Staub-Abt (vierte von links) und Monika Neuhöfer-Avdić (fünfte von links) warben für vielfältige Klimaschutzmaßnahmen. Foto: Adrian Steineck

Wie vielfältig der Klimaschutz sein kann und was jeder Einzelne tun kann, um seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, war Thema beim Klimatag.

Oberbürgermeister Jörg Lutz verstand es bei der Eröffnung des Klimatags, der Wetterlage etwas Positives abzugewinnen: „Gut, dass es auch Wasserkraftwerke gibt.“ In der Tat hatten die Verantwortlichen angesichts der Unwetterwarnungen für Baden-Württemberg noch am Freitag eine Absage des Klimatags erwogen. „Aber dann haben wir gesagt: Das ziehen wir jetzt durch“, sagte Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin Umwelt und Mobilität bei der Stadt Lörrach.

Von Wetter und Klima

OB Lutz betonte bei seiner Eröffnungsrede: „Das Klima kann nicht warten.“ Er ging auch auf die Unterscheidung zwischen Wetter und Klima ein: „Ja, es war früher auch heiß, und ja, es gab immer schon Wetterkapriolen – aber das Klima ist eine langfristige statistische Größe.“ Es gäbe heute keinen seriösen Wissenschaftler mehr, der bestreiten würde, dass die Erderwärmung hausgemacht ist, sprich: vom Menschen verursacht wird.

Foto: Adrian Steineck

Der Rathauschef ging auch darauf ein, dass die Stadt Lörrach beim Klimaschutz einiges tue. Derzeit wird in der Turmstraße etwa das Wärmenetz ausgebaut – es entstehe dort nicht etwa eine U-Bahn, wie Lutz schon von Bürgern gefragt worden sei.

E-Mobilität als Thema

Beim Rundgang informierten Lutz und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić sich über das Angebot des Klimatags. Die Stadt Lörrach mit dem Fachbereich Umwelt & Mobilität und den Eigenbetrieben Stadtwerke und Stadtenergie Lörrach informierte etwa zum Bürgerbus und zum ÖPNV sowie den Themen Fahrrad, Umwelt, Garten, Sanierungsoffensive, Energie und Wärmeplanung. Das Unternehmen Einzelrad – R.Hof und Lastenrad B2B präsentierte Cargobikes, Lastenräder und weitere Fahrradtypen. Von diesen zeigte sich Lutz angetan und probierte eines der Fahrzeuge auch gleich aus. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde sei ein E-Bike eine echte Ergänzung des städtischen Fuhrparks. Der Oberbürgermeister zog auch den Vergleich mit der Post, die auch in Lörrach schon seit längerem auf E-Bikes für ihre Austräger setze: „Wenn man dort fragt, ob jemand wieder zum Auto zurück möchte, werden das viele verneinen.“

Oberbürgermeister Jörg Lutz drehte eine Runde im E-Lastenfahrrad. Foto: Adrian Steineck

Um E-Mobilität ging es auch beim Unternehmen Ernst + König, das vier E-Fahrzeuge von Ford und Hyundai präsentierte. „Es führt kein Weg an E-Autos vorbei“, zeigte sich ein Mitarbeiter von Ernst + König überzeugt. Wer kein eigenes Auto kaufen wollte, der fand bei Naturenergie Sharing Informationen zum Car-Sharing. Wie Nils Hoesch von My-E-Car darlegte, sind etwa 15 bis 20 E-Autos als Carsharing-Wagen allein im Stadtgebiet Lörrach im Einsatz. Es seien derzeit etwa 4000 Nutzer registriert.

Angebote zum Mitmachen

In den Nachmittagsstunden, als das Wetter sich gebessert hatte, gab es bei der IG Velo auch ein Fahrsicherheitstraining für Senioren, das regen Anklang fand. Am Stand des Sozialen Arbeitskreises (SAK) gab es Tipps und Tricks zum Stromsparen. Die Energieagentur Südwest und die Stadt Lörrach boten gemeinsam eine Energieberatung am Stand an. Wie die Mitarbeiterin Shaik Scheel sagte, werde der Stromspar-Check rege angenommen. „Wir erhalten beim Monitoring, das ein Jahr nach der Beratung erfolgt, oft die Rückmeldung, dass die vorgeschlagenen Stromspar-Maßnahmen sich auszahlen“, sagte sie.

Das Unternehmen Rümmele informierte zu Photovoltaik-Anlagen, Gebäudeautomation und E-Mobilität. Hier machte zunächst aber der Regen einen Strich durch die Rechnung, da die sensiblen Anlagen erst später als geplant aufgebaut werden konnten.

Der Runde Tisch Klima präsentierte mit den Grandparents for Future ein Balkonkraftwerk für den Eigenbau und stellte weitere Projekte vor, etwa eine Kartoffelbatterie. „Man muss Angebote zum Klimaschutz machen, nicht nur mahnend den Zeigefinger heben“, sagte Heidi Thron vom RTK.

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