Lörrach Vom Spielen zum Forschen

Der Schaumkuss hat das fast-Vakuum nicht überlebt, nun darf die deformierte Leckerei gegessen werden. Foto: Rolf Reißmann

Lörrach - Was sind Meteore? Wie schnell wächst Gras? Das waren nur zwei Fragen, auf die am Samstag Jugendliche im Schülerforschungszentrum Phaenovum sehr detaillierte Antworten bekamen.

Seit vielen Jahren findet einmal im Jahr ein Tag der offenen Tür statt, aus zwei Gründen. Einmal möchten die Kinder und Jugendlichen gerne zeigen und vorführen, welch pfiffige Überlegungen sie in den vergangenen Monaten anstellten und welch überraschende Ergebnisse sie dabei herausfanden. Andererseits möchte das Phaenovum einladen und neugierig machen.

Geschäftsführerin Helga Martin lobte schon bei der Begrüßung die Vielfalt und die Zielstrebigkeit, mit der Kinder und Jugendliche an ihren Aufgaben arbeiten. In diesen Wochen laufen wieder die Vorbereitungen auf die nächste Runde des Bundeswettbewerbes „Jugend forscht“, mehrere Schüler konnten am Samstag auch deshalb nicht mit dabei sein, weil sie gerade zu internationalen Wettbewerben unterwegs waren.

Kaum waren die Türen geöffnet, strömten die Besucher auch schon in Labors und Ausstellungsräume. Roboter der verschiedensten Ausführungen faszinierten, wie sie mehr oder minder komplizierte Aufgaben übernahmen. Doch bevor es soweit ist, muss solch ein Ding erst einmal programmiert werden. Und genau solche Lösungen entwickeln die Jugendlichen hier.

Jungforscher stecken mit ihrer Begeisterung an

Mit ihrer Begeisterung für die thematischen Aufgaben steckten sie vielfach die Besucher an.

Unterstützt wird das Phaenovum von vielen Firmen aus der Umgebung, die meisten davon präsentierten sich ebenfalls. So waren Praktikanten der Firma Busch in Maulburg mit einer Vakuummaschine gekommen. Damit zeigten sie zunächst, wie sich ein Schaumkuss verhält, wenn in seiner Umgebung der Luftdruck massiv verringert und dann wieder normalisiert wird. Das war lustig anzusehen, aber der praktische Sinn entsteht natürlich mit den Wirkungen bei anderen Materialien.

Beim Thema Gras geht es nicht um die Geschwindigkeit des Wachsens, sondern um die Volumenveränderung in einer bestimmten Zeit. Die Kinder fanden jedenfalls heraus, dass die Häufigkeit des Mähens sehr entscheidend ist für das Volumen der Grashalme und damit Festigkeit und Dichtigkeit der Grünfläche unmittelbar beeinflusst wird.

Am Stand von Endress + Hauser konnte die Kinder löten. Die Duale Hochschule führte ihren Forschungsroboter vor, da ging es wieder um Programmierung. Am Stand der BASF Grenzach konnten Interessierte Farben in ihre Bestandteile zerlegen. In den Labors zeigten Schüler ihr Ergebnis einer Genveränderung und die gleichzeitige Neufindung von Mikrobestandteilen.

Und die Meteore? Das sind Kleinteile, die in die Erdatmosphäre eindringen, das können entweder Kometenreste oder Weltraumschrott sein. Nicht nur, dass sie beim Verglühen in der Atmosphäre schön leuchten, sie lenken auch Radiostrahlen ab.

Als Eltern, Schüler und die jungen Forscher in intensive Gespräche verwickelt waren, freute sich Helga Martin. „Uns ging es doch darum, mit anschaulichen Vorführungen Interesse zu wecken,“ sagte sie. „Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, dass sich die Firmen, die uns sehr vielfältig unterstützen, hier vorstellen und auf diese Weise den Nutzen frühzeitiger naturwissenschaftlicher Forschung darstellen.“

Am Samstag kamen wieder mehrere hundert Besucher, nicht nur aus der Stadt Lörrach, sondern auch aus der Umgebung zum Tag der offenen Tür. In Gesprächen mit Eltern wurde deutlich, dass nicht sie die Imitatoren für den Besuch im Phaenovum waren, sondern die Kinder und Jugendlichen selbst. Sie konnten bei ihrem Rundgang noch Fragen beantworten, unter den Siegern wurden am Nachmittag wissenschaftliche Spiele als Preise verlost. Wer noch mehr über das Schülerforschungszentrum Phaenovum in Lörrach wissen möchte, darf gerne nachfragen unter der Mail-Adresse: info@phanovum.eu

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