Lörrach Von Entsetzen bis Freude

Der Autoreisezug bleibt wohl erhalten. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Von Guido Neidinger

Lörrach. Die Berichterstattungen unserer Zeitung, wonach der Autoreisezug auf der Strecke Lörrach – Hamburg ab Dezember mit großer Wahrscheinlichkeit von dem privaten        Betreiber       BahnTouris-tikExpress (BTE) fortgeführt wird, hatte gestern unterschiedliche Reaktionen zur Folge. Mit der Fortführung des Autoreisezugs von Lörrach aus wären die Pläne der Stadt für eine Bebauung des Güterbahnhof-Areals stark gefährdet. Günter Schlecht (SPD): „Diese Entwicklung kommt für mich nicht überraschend“, bemerkte Fraktionsvorsitzender Günter Schlecht. „Damit würde das Areal des Güterbahnhofs nicht mehr uneingeschränkt für eine städtebauliche Weiterentwicklung zur Verfügung stehen“, folgert Schlecht. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat ist allerdings der Meinung, dass auch eine mögliche Fortführung des Autoreisezugs nicht alle Vorhaben verhindern muss. Sie sieht auch dann genügend ungenutzte Flächen und Hallen, die für Verwaltung und Gewerbe genutzt werden könnten. Vor allem der Erweiterungsbau für das Landratsamt könne verwirklicht werden. Hier sei die Stadt aufgefordert, diese Planung zusammen mit dem Landkreis voranzutreiben. Damit ist für die SPD der Weg frei, auf dem MMZ-Areal zeitnah dringend notwendige mehrgeschossige Wohnbebauung in die Wege zu leiten. Petra Höfler, CDU: Die Fraktionschefin der Union kann noch gar nicht glauben, dass der Autoreisezug nun doch fortgeführt werden soll. Im Ältestenrat des Gemeinderats habe Oberbürgermeister Jörg Lutz noch ein völlig anderes Signal ausgesendet. „Wir mussten davon ausgehen, dass die Gespräche mit der Bahn und damit die Pläne für die Bebauung des Areals auf einem guten Weg sind. Es sei „schrecklich für die Entwicklung der Stadt, wenn diese Pläne jetzt zunichte gemacht werden sollten“. Dies gilt laut Höfler vor allem deshalb, weil der Erweiterungsbau des Landratsamtes dann wahrscheinlich auf dem MMZ-Areal untergebracht werden müsste. „Und das würde heißen, dass uns weiter dringend benötigte Wohnungen fehlen.“ Karl Argast, Pro Schiene: Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland reagiert erfreut auf die Nachricht. „Wir haben schon immer gesagt, dass auch ein anderer Betreiber den Autoreisezug übernehmen kann“, meinte Karl Argast. „Gerade die Strecke Lörrach – Hamburg ist durchaus nicht so unattraktiv wie die Bahn einen vermuten lässt.“

Dass es nun voraussichtlich tatsächlich dazu kommt und BahnTouristikExpress das Angebot ab Dezember bereitstellen will, sieht der Fahrgastverband als positive Nachricht für alle Kunden des Autoreisezugs, aber auch für den Gütertarifpunkt.

„Durch die Doppelnutzung des Geländes profitiert natürlich auch die Holzverladung von dieser Entwicklung, da der Standort erhalten bleibt. Sollte die Bahn die Güterverladung stilllegen, sind die Chancen größer, einen alternativen Betreiber zu finden“, so Argast weiter. Die Übernahme des Autoreisezugs durch BTE bedeute jedoch nicht grundsätzlich, dass mit dem Unternehmen nicht über die Nutzung eines anderen Areals, wie zum Beispiel Haagen-Messe, verhandelt werden könne, merkte Argast an.

Schriftführerin Silvia Waßmer gibt zu bedenken: „Unsere Arbeit ist noch nicht getan. Die Entwicklung ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber der Erhalt des Autoreisezugstandorts und des Gütertarifpunktes ist noch nicht gesichert.“ In der nächsten Monatsversammlung am 29. April werde das Thema zur Sprache kommen.

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