Lörrach Von Sylt bis Lörrach

Die Oberbadische, 17.05.2018 01:11 Uhr

Lörrach (dr). „Die schönste Zeit meines Lebens habe ich als Jugendlicher in Westerland auf Sylt verbracht“, sagt Reinhard Mendel. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag.

Geboren wurde Reinhard Mendel am 17. Mai 1933 in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hirschberg im Riesengebirge in Schlesien, das heute zu Polen gehört. Die Jugend mit einem Bruder und einer Schwester war unbeschwert – bis der Krieg kam. Der Vater wurde Soldat und galt später als vermisst. Zu Beginn des Jahres 1945 floh die Mutter mit den Kindern vor der Roten Armee. Doch die Truppen holten die Fliehenden ein und schickten sie zurück in ihr Heimatdorf. In der zweiten Jahreshälfte, als die Polen die Verwaltung von Schlesien übernommen hätten, wurden sie vertrieben, erzählt Reinhard Mendel.

Eine Tante holte sie 1946 aus einem Lager bei Dresden in das Lager Friedland in Niedersachsen. Mit Hilfe des Roten Kreuzes erfuhr die Familie, dass der Vater in einem Lager für Kriegsversehrte in Westerland lebte. Bald zog die ganze Familie auf die nordfriesische Insel.

Hier beendete Reinhard Mendel seine Schulzeit. Er erinnert sich noch heute gern zurück: Nur 100 Meter bis zum Strand, auf der anderen Seite des Versehrtenlagers war der Flugplatz mit mehreren Flugzeugwracks: „Der reinste Abenteuerspielplatz“, erzählt Mendel.

Um das Jahre 1950 herum kam der Jubilar über Herten nach Tunau bei Schönau. In Hausen fand er eine Lehrstelle als Installateur. Nach der Gesellenprüfung arbeitete er über 20 Jahre bei seinem Lehrherren. 1979 wechselte er die Arbeitsstelle. Beim Wasserwerk Lörrach fand er einen neuen Aufgabenbereich. 1996 ging er in den Ruhestand.

Mit seiner ersten Ehefrau hat der Jubilar drei Kinder. Drei Enkelkinder gehören zur Familie. Das Lörracher „Neujahrsbaby“ 2018, ein Junge, ist das erste Urenkelkind von Reinhard Mendel.

Doch die Ehe ging auseinander. Die zweite Ehe hielt 30 Jahre. 2016 ist seine zweite Ehefrau verstorben. Trotz einiger gesundheitlicher Einschränkungen versorgt sich der Jubilar selbst. Seine Kinder sind immer zur Stelle, wenn er Hilfe braucht.

Neben dem Wandern sei das Reisen sein Hobby gewesen. Mit dem Wohnwagen sei es nach Italien, Holland oder Dänemark gefahren.

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