Lörrach Vorbildliches soziales Engagement

Gabriele Hauger
Antje Lauber und Annette Perschke vom Frauenhaus (hinten Mitte) freuen sich mit Frank Hovenbitzer und Roswitha Bürgin-Wetzel (ganz rechts) von der Bürgerstiftung über die Spendenbereitschaft der Damen Erika und Irmgard Riehle. Foto: Gabriele Hauger

Lörrach - Als „vorbildlich und mustergültig“ würdigte Frank Hovenbitzer von der Bürgerstiftung Lörrach das finanzielle Engagement der Geschwister Riehle. Deren Fonds unterstützt Institutionen der Stadt Lörrach. Das Erbe der Geschwister aus einer alt eingesessenen Lörracher Familie besteht aus Kapital und Immobilien. Mangels Nachkommen entschieden die Geschwister, ihre Besitztümer als Zustiftung an die Bürgerstiftung Lörrach zu vergeben.

Diese verwaltet das Erbe nun möglichst gewinnbringend und vergibt die Profite auf Wunsch der Riehles zweckgebunden an drei Institutionen in der Stadt. Darunter ist auch das Frauenhaus Lörrach, dessen Vertreterinnen sich beim gestrigen Pressetermin doppelt glücklich zeigten: Zum einen konnten sie eine Wohnung samt Inventar aus dem Riehle-Fonds zur Miete an eine Wohnungssuchende aus dem Frauenhaus vermitteln. Zum anderen erhält die Einrichtung künftig regelmäßig Zuschüsse aus dem Profit der Zustiftung. „Wir freuen uns über alle Maßen, dass Sie an uns gedacht haben“, bedankte sich Annette Perschke bei den beiden Riehle-Damen Irmgard und Erika Riehle.

Die Riehle-Brüder, Herbert und der erst im August letzten Jahres verstorbene Gerhard, stammten aus einfachen Verhältnissen, erzählte ihre Schwester Irmgard. Sie arbeiteten als Fliesenleger, ehe sie zur Roche in die Chemie nach Grenzach wechselten und dort 25 Jahre tätig waren. „Wir haben immer geschafft und sehr sparsam gelebt“, fügte die Witwe Herbert Riehles, Erika, hinzu. Aufgrund dieser pflichteifrigen Lebensweise ist ein gewisses Vermögen zusammengekommen. Da es keine Nachkommen gibt, überlegten sich die Geschwister, zu denen noch die Schwester Annegret gehört, was mit dem Erbe geschehen solle. Einig waren sie sich schnell darüber, dass es einem guten Zweck für die Stadt zufließen soll. Konsens herrschte auch darüber, dass man das Frauenhaus unterstützen wolle. Wie nötig Letzteres finanzielle Zuwendungen hat, betonte Antje Lauber. Die Betroffenen hätten es nach ihrem erzwungenen Aufenthalt im Frauenhaus angesichts des angespannten Wohnungsraums äußerst schwer, eine Nachfolgeunterbringung zu finden, die zudem bezahlbar sei. Je länger sie jedoch im Frauenhaus bleiben müssten – im Durchschnitt sind es zwischen drei und sechs Monaten – desto schwieriger werde es, anderen Frauen in der gleichen Zwangslage zu helfen.

Immer wieder gebe es Privatpersonen, die mit ihrem Erbe ihrer Stadt und deren Institutionen etwas Gutes tun wollten. „So an die Bürgerschaft zu denken, ist wirklich ein beispielhaftes soziales Verhalten“, ergänzte Roswitha Bürgin-Wetzel von der Bürgerstiftung an die Riehle-Damen gewandt. Man werde mit dem Erbe in jedem Fall verantwortungsvoll umgehen.

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