Lörrach „Vorwurf der Verwaltung ist unsachlich“

Natali Fessmann Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Lörrach. Die Sprecherin der IG Verkehr, Natali Fessmann, reagiert auf die Äußerungen von Bürgermeister Michael Wilke zur Tram-Bachelor-Arbeit. Wir veröffentlichen die Mitteilung in Auszügen:

„Dem Vorwurf von HerrnWilke, es habe kein offener Austausch bezüglich der Bachelor-Arbeit zur Wiedereinführung der Straßenbahn stattgefunden, müssen wir entschieden widersprechen. Alle Informationen inbegriffen der Arbeit selbst wurden stets unverzüglich an die Verwaltung weiter geleitet, verbunden mit der Bitte um ein Gespräch. Leider war die Verwaltung zu keinem Zeitpunkt bereit, den angebotenen Kontakt aufzunehmen.

Es wurden von der Verwaltung mehrere Kritikpunkte der Arbeit aufgelistet unter anderem die in der Studie enthaltene Behauptung, dass der öffentliche Personennahverkehr in Lörrach ausschließlich über Busverkehr abgewickelt werde, ohne die Regio-S-Bahn zu berücksichtigen. Die Regio-S-Bahn in Lörrach verbindet unserer Meinung nach in der ersten Linie die Stadt mit der Außenwelt, mit Basel und dem Wiesental, als innerstädtisches Verkehrsmittel wird sie kaum benutzt. Unter diesem Aspekt kann der öffentliche Nahverkehr innerhalb der Stadt in der Tat nur über Busverkehr abgewickelt werden.

Die betreffende Bachelor-Arbeit ist eine technische Ausarbeitung, die eine bautechnische Realisierbarkeit einer Tramtrasse bewertet, sowie eine Baukostenschätzung aufstellt. Sie hat nicht die Aufgabe, alle von der Verwaltung angeführten Kritikpunkte zu erfüllen, wie die fehlende Prüfung der Wirtschaftlichkeit, Berechnung der Betriebskosten, etc. Diese Forderungen, die als Mängel dargestellt werden, übersteigen den Umfang und die Möglichkeiten eine Bachelor-Arbeit bei weitem.

Es wurde auch bemängelt, dass die Studie C-14 des Trinationalen Eurodistricts Basel nicht berücksichtigt wurde. Diese beschränkte sich lediglich auf die Prüfung einer ehemaligen Tramtrasse, einer unbedeutend kleinen Verlängerung bis zum Zollweg respektive Burghof, die erwartungsgemäß negativ ausfiel. In der Bachelor-Arbeit dagegen wurde eine Tramtrasse untersucht (sie basiert auf einem Verkehrskonzept von Dipl. Ing. Hannes Fischer), die durch Lörrach, teilweise auf der ehemaligen Gewerbebahn, verlaufen und beim Bahnhof Haagen enden würde. So geführte Tramtrasse würde Basel mit Lörrach und vor allem wichtige Anfahrtsziele innerhalb von Lörrach miteinander verbinden und damit zur Reduzierung des Eigenverkehrs beitragen. Die C-14-Studie hat sich mit der Prüfung dieser Trasse nicht befasst.

Den Vorwurf der Verwaltung ‘Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine wissenschaftliche Arbeit für die politische Auseinandersetzung instrumentalisiert werden sollte’, weisen wir als unsachlich entschieden zurück.“

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