Lörrach Vorwurf: sexueller Übergriff

Harald Pflüger
Der Vorwurf werde im Land der Ermittlung derzeit von der örtlichen Staatsanwaltschaft und dem örtlichen Kirchengericht geprüft, heißt es. Foto: Pixabay

Die katholische Kirchengemeinde Lörrach-Inzlingen kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die Lörracher Staatsanwaltschaft dem Verdacht nachgeht, dass ein inzwischen entpflichteter katholischer Pfarrer Gelder der Kirche veruntreut haben könnte, ermittelt nun eine Staatsanwaltschaft im Ausland gegen einen ehemaligen Vikar der Seelsorgeeinheit wegen des Vorwurfs eines sexuellen Übergriffs.

Von Harald Pflüger

Lörrach. Auch dieser Geistliche wurde mittlerweile vom Dienst freigestellt. Die Redaktion betont: Bis zur Klärung der Vorwürfe gilt für beide Verdächtige die Unschuldsvermutung.

Die Gemeindeglieder der katholischen Kirchengemeinde erfuhren in der Dezember-Ausgabe des „Wegweisers“ von der Entbindung des Vikars von seinen Aufgaben, jedoch nicht den Grund. Pfarrer Joachim Giesler, Leiter der Seelsorgeeinheit, machte gegenüber unserer Zeitung keine näheren Angaben zur Sache, betonte aber, dass beide Fälle nichts miteinander zu tun hätten.

Säkularinstituts-Leitung der Schönstatt-Patres bestätigt Ermittlungen

Recherchen unserer Zeitung haben ergeben, dass gegen den freigestellten Vikar wegen des Verdachts auf sexuellen Übergriff gegen eine volljährige schutzbedürftige Person im Ausland ermittelt wird.

Die Generalleitung des Säkularinstituts Schönstatt-Patres bestätigt in einer Mitteilung vom 20. November 2022, die unserer Zeitung vorliegt, die Ermittlungen gegen das Mitglied des Instituts. Wörtlich heißt es: „Pater TS war in den Pfarreien der katholischen Kirchengemeinde Lörrach-Inzlingen als Vikar tätig.“

Dass es sich dabei um den im November entpflichteten Pater handelt, wird von der Presseabteilung der Erzdiözese auf Nachfrage nicht bestätigt, aber ebenso wenig dementiert.

Der Vorwurf werde im Land der Ermittlung derzeit von der örtlichen Staatsanwaltschaft und dem örtlichen Kirchengericht geprüft, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Erzdiözese Freiburg, bei der das Institutsmitglied tätig ist, hat ihn mit sofortiger Wirkung und im Einvernehmen mit der Generalleitung vom Dienst freigestellt.

Vorerst und bis zum Abschluss der Voruntersuchung hat die Generalleitung der Gemeinschaft dem beschuldigten Vikar einen Wohnsitz außerhalb des Gebiets der Erzdiözese Freiburg in einem Haus der Gemeinschaft zugewiesen. Bis zu diesem Zeitpunkt muss er auch seinen öffentlichen Dienst als Priester aussetzen.

„Es ist unserem Institut ein wesentliches Anliegen, eine Kultur des sicheren und geschützten Umfeldes für Minderjährige, Jugendliche und schutzbedürftige Erwachsene überall dort zu schaffen, wo unsere Mitbrüder tätig sind“, heißt es in der Mitteilung des Säkularinstituts Schönstatt-Patres.

Auch die Erzdiözese bestätigt in einer Mitteilung, dass gegen den Ordensgeistlichen aufgrund des „Vorwurfs des sexuellen Übergriffs“ gegen eine volljährige schutzbedürftige Person im Ausland ermittelt wird und dass der Vorwurf von der dorigen Staatsanwaltschaft und dem örtlichen Kirchengericht geprüft werde.

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