Lörrach „Was für ein Chaos“

Lörrach - Die umgestaltete Basler Straße zwischen Aicheleknoten und Herrenstraße ist schön geworden. Doch die Flaniermeile wird auch von vielen Autofahrern als unerlaubte Parkfläche genutzt, dazu kommen Krankentransporter und Taxis aufgrund der Dialysepraxis. Anwohner und Gewerbetreibende sind sauer, die Stadt sieht das Problem, will aber zunächst den Antrag der Grünen für eine Fußgängerzone prüfen.

„Schlimmer als jemals zuvor“

„Die Straße ist an Wochenenden und abends zu einer kompletten Parkzone verkommen. Schlimmer als jemals zuvor“, beklagte Anwohner Hanspeter Troendle vor einigen Tagen in einer E-Mail an die Stadtverwaltung. Warum der Gemeindevollzugsdienst nicht vehement eingreife und vor allem warum die Durchfahrtsverbotsschilder mit dem Hinweis „Anlieger frei“ nicht wieder angebracht wurden, „ist uns Anliegern ein Rätsel“, kritisiert Troendle und bezeichnet den Abschnitt als „rechtsfreie Zone“.

Zumal sich das „übliche Chaos“ vor der Dialysepraxis entgegen der vorherigen Versprechen nach der Umgestaltung der Basler Straße eher verschlimmert habe: „Die Krankentransporte und Taxis stehen nun oft direkt vor unseren Häusern und verdecken die Schaufenster und behindern Passanten.“ Troendle beklagte gegenüber unserer Zeitung: „Die völlig deplatzierte Dialysestation ist uns allen ein großer Dorn im Auge, bei allem Mitleid für die Patienten und Respekt vor dem Pflegepersonal. Aber bis heute haben es die Verantwortlichen von Stadt und der Privatpraxis nicht geschafft, eine verträgliche Lösung zu finden und so führen sie und die Taxifahrer ihr egoistisches Treiben einfach auf dem Rücken anderer weiter.“

Taxis in Zweier-Reihen vor der Dialyse

Bettina Kiefer, Geschäftsführerin von Dolce Vita Brautmoden, teilt diese Einschätzungen und hat sich ebenfalls per E-Mail an die Stadtverwaltung gewandt: „Wie haben wir den 10. Oktober herbeigesehnt. Endlich wieder eine neue, schöne Basler Straße, die zum Flanieren einlädt. Leider ist es mit dem Flanieren schwierig geworden. Die Taxis stehen mittlerweile in Zweier-Reihen vor der Dialyse. Die Paketdienste wissen auch nicht mehr, wo sie halten dürfen. Selbst die Busfahrer haben Mühe ihre Fahrzeuge heil durch die ’Gasse’ zu steuern und die Passanten müssen Platz suchen, damit der Busfahrer sie nicht überfährt.“

Kein freier Blick mehr auf Schaufenster

„Ortsfremde parken direkt vor unserem Geschäft, sodass selbst Passanten, die auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig spazieren, keinen freien Blick mehr auf unser Schaufenster haben. Was für ein Chaos und ein gefährliches dazu“, schreibt Kiefer. „Wir bitten Sie dringend, sich dem Chaos anzunehmen, sei es durch Verkehrsschilder oder durch Poller vor den Geschäften. So kann es nicht weitergehen.“

Antrag der Grünen für Fußgängerzone

Der Verwaltung sind die Probleme bekannt: „Gewisse Vorwürfe sind nicht von der Hand zu weisen, die Situation gefällt uns auch nicht“, sagte Klaus Dullisch, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr, Sicherheit, am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Seit Ende September liegt der Stadt indes ein Antrag der Grünen vor, der die Umwandlung der Basler Straße zwischen Aicheleknoten und Herrenstraße zur Fußgängerzone vorsieht (wir berichteten). Dieser müsse nun zunächst geprüft werden. Derzeit werde zudem regelmäßig durch den Gemeindevollzugsdienst kontrolliert, und er selbst erhalte wöchentlich eine Aufstellung, berichtete der Fachbereichsleiter.

Die aktuelle Sachlage sowie Vor- und Nachteile einer Fußgängerzone sollen laut Dullisch „zeitnah“ dem Gemeinderat vorgestellt werden, um anschließend eine politische Entscheidung herbeizuführen. Ob das Thema bereits im Dezember in die Gremien kommt oder erst im neuen Jahr, darauf wollte sich Klaus Dullisch am Freitag allerdings nicht genau festnageln lassen: „Wir prüfen in Ruhe und bis dahin möchte ich mich auch bedeckt halten.“

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