Lörrach Was vom Boulevard übrig blieb

Lörrach - Die Fertigstellung des „Boulevard Belchenstraße“ biegt auf die Zielgerade ein: Der dritte und letzte Bauabschnitt im Bereich Unterführung Eulerstraße hat begonnen. Allerdings fällt die Aufwertung insgesamt deutlich kleiner aus, als ursprünglich geplant.


Eine zum Flanieren einladende Passage, die das Gebiet östlich der Bahnlinie aufwertet und als attraktive Anbindung des Quartiers und des neuen Hotels zur Innenstadt fungiert. Das war der Grundgedanke hinter dem Projekt Boulevard Belchenstraße. Dafür erwarb die Stadt im Jahr 2011 von der Deutschen Bahn stillgelegte Flächen am Hauptbahnhof: das ehemalige Gleis 5 und 6 sowie der Bahnsteig 3. Doch nach der Haushaltskonsolidierung 2016 sowie sperrigen Verhandlungen mit der Bahn über Kostenbeteiligungen musste die Ursprungsplanung viele Federn lassen.


Rückblick

Bereits 2009 wurde eine Mehrfachbeauftragung vorgenommen, um die Belchen-straße zwischen Wallbrunn- und Mauerstraße sowie die Brachflächen des ehemaligen Bahngeländes und die in diesem Abschnitt liegenden Bahnunterführungen zu überplanen. Das Wettbewerbsergebnis der Stadt zur Gestaltung des öffentlichen Raums war Grundlage des im Dezember 2013 rechtskräftig gewordenen Bebauungsplans „Belchenstraße“, wie Klaus Dullisch, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr, Sicherheit, in einer Vorlage für den Gemeinderat aus dem Herbst 2015 erläutert.
 

Der Entwurf des Freiburger Büros Rosenstiel ging damals als Sieger hervor, und das Büro wurde mit der Planung des Fußgängerboulevards und der Umgestaltung der Rampe Eulerstraße beauftragt. Gesamtkosten: etwa eine Million Euro.
 

Im ersten Bauabschnitt wurde die Belchenstraße inklusive zusätzlicher Längsparkplätze fertiggestellt. Der zweite Abschnitt befand sich zu diesem Zeitpunkt unmittelbar vor der Fertigstellung: „Landschaftsgärtnerische Arbeiten und die Fertigstellung der Beleuchtung sowie die nötigen Schlosserarbeiten werden noch dieses Jahr durchgeführt“, schreibt Dullisch in der Vorlage.
 

Die Entwurfsplanung des dritten Bauabschnitts sei außerdem bereits 2012 durch den Gemeinderat genehmigt und die Verwaltung beauftragt worden, die Ausführungsplanung mit dem Büro Rosenstiel zu erstellen.


Dritter Bauabschnitt

Der jetzige dritte Bauabschnitt umfasste laut der Beschlussvorlage der Stadt aus dem Jahr 2015 die Fertigstellung des Boulevards im Bereich der Unterführung Eulerstraße sowie das Rampenbauwerk inklusive Überdachung: „Der vorhandene Zugang zur Unterführung wird in Teilbereichen abgebrochen. Das neue Bauwerk rückt in seiner Lage in Richtung Bahn und wird durch eine Bohrpfahlwand gesichert. So kann der Boulevard neben dem Rampenbauwerk weitergeführt werden und die fußläufige Erschließung der südlichen Parkstände wird sichergestellt. Des Weiteren ergibt sich eine großzügige Aufstellfläche für die Nutzer der Fußgängerampel Eulerstraße“, skizzierte Dullisch 2015 die geplanten Arbeiten.


Keine neue Rampe

Der geplante Neubau der Rampe wurde aus Kostengründen im Zuge der Haushaltskonsolidierung 2016 jedoch verworfen. Ebenso wie die als „wesentliches gestalterisches Element“, so die Vorlage aus dem Jahr 2015, vorgesehene Teilüberdachung aus blauem Glas, die den Zugang zur Unterführung auch aus größerer Distanz verdeutlichen sollte.

 

In der ersten Entwurfsplanung war zudem ein direkter Zugang aus der Unterführung zum Bahnsteig 2+3 vorgesehen. Da sich die Deutsche Bahn aber weigerte, ihre Kostenbeteiligung von 64 000 Euro für das Boulevard-Projekt zu erhöhen, rückte die Verwaltung schon 2015 vom Bau einer Treppenanlage zum Bahnsteig 2+3 ab.


Radstellplätze und Belag

Übrig geblieben ist nun eine Erneuerung des Belags rund um die Rampe der Unterführung Eulerstraße, wodurch auch die Parkplätze entlang der Straße besser erreichbar sind. Dafür wurde im Herbst 2018 die Firma Schleith vom Gemeinderat beauftragt. Kosten: 116 420 Euro.

 

Außerdem wird die Beleuchtung in der Unterführung erneuert (wir berichteten) und es werden laut Stephan Meier, Stellvertretender Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr, Sicherheit, neben der Rampe zusätzliche überdachte Fahrradabstellplätze geschaffen.

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