Lörrach Weg zum Klinikum begradigt

Digitale Skizze: zVg / ash Architekten Foto: Die Oberbadische

„Es lohnt das Wagnis, und es lohnt das Unternehmen“, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz am Ende der gut besuchten Bürgerinformation zum geplanten Zentralklinikum am Montagabend im Werkraum Schöpflin. Stadt und Landkreis hatten gemeinsam eingeladen, um Änderungen im Flächennutzungsplan und im Bebauungsplan sowie die Entwicklung des Campus vorzustellen.

Von Manfred Herbertz

Lörrach. Jetzt sei das Projekt an dem Punkt, an dem es konkret werde, sagte Lutz: In einem Jahr soll die neue L 138 im Betrieb gehen, und dann „polieren wir die Spaten für das Klinikum“. Das Klinikum soll 2025 seinen Betrieb aufnehmen, so das Ziel.

Alexander Nöltner, Ko-Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Stadtplanung, erläuterte die Grundzüge der Flächennutzungsplanänderung. Diese sei Grundlage für den späteren Bauantrag.

Bislang waren die dortigen Flächen als gewerbliche oder landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen und werden nun in eine Sondernutzungsfläche umgewandelt.

Gleichzeitig wird die L 138 verlegt. Damit, so ergänzte Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin Umwelt und Klimaschutz, kommen man der längst bestehenden Forderung des Landes entgegen, die L 138 aus dem Wasserschutzgebiet herauszunehmen. Weiter wird die L 138 dort an die B 317 angeschlossen. Ob dieser Anschluss jedoch bis zu Eröffnung des Klinikums erfolgen kann, sei unwahrscheinlich.

Auch ist geplant, am Klinikum eine S-Bahn-Haltestelle einzurichten. Weiter überlegt man, ob bis zur Fertigstellung des B 317-Anschlusses der Knoten „Entenbad“ ertüchtigt werden kann.

Nina Gregotsch vom Zweckverband Regio-S-Bahn fügte an, man überlege, wie man das Angebot der S-Bahn mit Blick auf das Klinikum verbessern könne.

Die Planung für den Campus des Klinikums stellte Thorsten Stolpe dar. Das Klinikum wird über 677 Betten mit der Möglichkeit der Erweiterung auf 800 Betten verfügen. Weiter wird auf dem Gelände ein „Zentrum für seelische Gesundheit“ entstehen, zudem ein Ärztehaus, ein „Haus des Gesundheitswesens“, mit Kita, Apotheke, eine Rettungswache und ein Parkhaus mit 800 Plätzen, das um bis zu 400 Plätze erweitert werden könne.

Im Anschluss wurden nur wenige Fragen gestellt: Die Frage nach der eigenen Energiezentrale beantwortete, Stolpe mit dem Hinweis, es werde ein Nahwärmenetz für alle Campusgebäude errichtet, außerdem müsse ein System zur Energieerzeugung vorgehalten werde.

Es sei zudem nicht sinnvoll, die Abwässer der Klinik vorzureinigen sagte Lutz auf die Frage, ob die Abwässer mit Blick auf resistente Keime geklärt würden, bevor sie in die Abwasserreinigungsanlage kommen.

Nach dem Budget fragte ein Zuhörer: Inzwischen seien die Kosten von 239 auf geschätzt 308 Millionen Euro gestiegen. Manche Zahlen seien bei der ersten Berechnung noch gar nicht erfasst gewesen, antwortete Dammann, jetzt sei ein genauerer Überblick möglich. Ob das denn ausreiche: „Ich weiß, dass alle öffentlichen Bauten in Deutschland 40 bis 50 teurer als veranschlagt würden“, so der Fragesteller. Die Landrätin wies die „pauschale Aussage“ zurück: Der Kreistag habe eigens ein strenges Kostencontrolling etabliert.

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