Lörrach Wege aus prekärer Situation eröffnen

Gael Haab, Mobile Obdachlosenbetreuung (v. l.), Stefan Heinz Leiter Erich-Reisch-Haus, Michael Wilke und Isabell Gerhäußer Fachbereichsleiterin Bürgerdienste Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Der Fachdienst „Mobile Obdachlosenbetreuung“ bietet Menschen, die ordnungsrechtlich durch die Stadt Lörrach untergebracht sind, individuelle und persönliche Hilfen und Unterstützung an. Seit 1. Februar hat Gael Haab seine Tätigkeit bei der AGJ-Wohnungslosenhilfe aufgenommen.

Lörrach. Immer mehr Menschen in Lörrach laufen Gefahr, ihre Wohnung zu verlieren und in die Obdachlosigkeit abzurutschen. In den letzten Jahren stieg die Zahl der von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen deutlich an. Aktuell sind in Lörrach laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung 100 Haushalte mit etwa 260 Personen ordnungsrechtlich untergebracht. Hinzu kommen etwa 50 Bewohner bei Vereinen wie Pro digno und Kreuzweg.

Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit wurde bereits im Jahr 2009 die Fachstelle Wohnungssicherung eingerichtet. Mit ihrem präventiven Angebot unterstützt sie Betroffene, um Zwangsräumungen zu verhindern. Obwohl die Fachstelle sehr erfolgreich arbeitet, lassen sich nicht alle Wohnungsnotfälle lösen.

Präventives Angebot wird erweitert

Der Fachdienst Mobile Obdachlosenbetreuung wird das bestehende präventive Angebot erweitern. Betroffene Personen, die oft mit multiplen Problemen belastet sind, werden bei der Reintegration in ein normales Wohnverhältnis unterstützt.

Das Ziel der Einführung dieser Nachsorge ist, bereits von Obdachlosigkeit Betroffenen und ordnungsrechtlich von der Stadt untergebrachten Menschen zu helfen, sich eine eigene Wohnung zu beschaffen.

„Wir sind froh, dass wir das neue Angebot ermöglichen können und mit diesem innovativen Projekt Menschen einen Weg aus ihrer prekären Situation eröffnen“, unterstreicht Bürgermeister Michael Wilke. Der Gemeinderat hat im vergangenen Jahr beschlossen, den Fachdienst „Mobile Obdachlosenbetreuung“ mit einer 50-Prozent-Stelle als ergänzenden Baustein in der Nachsorge einzurichten. Die jährlichen Kosten hierfür betragen rund 35 000 Euro. Dieser Dienst wird, für zunächst zwei Jahre, bereits untergebrachte Personen aktiv unterstützen und helfen, die besonderen Lebensbedingungen und sozialen Schwierigkeiten zu überwinden. Auf diese Weise soll die Motivation zur Selbsthilfe und die Vermittlung in geeignete Hilfsangebote verbessert werden.

Gael Haab ist in der Wallbrunnstraße 66 und unter Tel. 07621/93040 erreichbar.

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