Lörrach Weihnachtscircus verwahrt sich gegen Anschuldigungen

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Das Zelt des Lörracher Weihnachtscircuses Foto: Adrian Steineck

In einer Medienmitteilung äußert sich der Lörracher Weihnachtscircus zur Auseinandersetzung mit der Polizei und dem Konflikt mit Tierschutzaktivisten.

Die Direktion des Circus lege Wert darauf, „ausnahmslos Tiertrainer zu engagieren, die den in Deutschland besonders strengen und von geschulten Veterinären überprüften Anforderungen in Bezug auf Tierpflege und Haltung nachkommen. Wobei in diesem Jahr sechs Ponys sowie drei Pferde und Kamele ihre Runden im Manegenrund drehen, ohne dabei gegen natürliche Bewegungsabläufe zu agieren“, betont der Circus.

Tierschutz und Aktivisten

Dieser Umstand sei unter anderem auch dem Einsatz engagierter Tierschützer zu verdanken, „die sich für das Tierwohl einsetzten und somit maßgeblich dafür gesorgt haben, dass sich Circusbesucher einer den Umständen entsprechend artgerechten Haltung und gesunder Tiere erfreuen dürfen.“

Aber: „Das Verhalten der radikalen Tierrechtler vor Ort hat mit den erwähnten Tierschützern nichts zu tun“, so die Mitteilung. Die Aktivisten seien „bezahlte Extremisten“, die mit „Hassparolen“ Tiertrainer und Pfleger der Quälerei bezichtigten und Besucher des Circus „als Unterstützer angeblich krimineller Handlungen“ denunzierten. Dieses Vorgehen entspreche nicht dem Recht auf freie Meinungsäußerung, sondern „dem Tatbestand strafrechtlich zu verfolgender übler Nachrede, Rufschädigung und Verleumdung“, heißt es.

Der Konflikt mit der Polizei

Die Circusmitarbeiter hätten sich nicht von der Polizei geschützt gefühlt. Die Vorgehensweise einzelner Polizeibeamter sei nicht neutral gewesen. Es entspreche zudem nicht den Tatsachen, dass der Direktor des Circus einen Fluchtversuch unternommen habe. Vielmehr sei er von einem Beamten „respektlos geduzt“ und „angestoßen“ worden, nachdem er ihn „am widerrechtlichen Eingreifen auf die Musikanlage hindern wollte“. Das Eingreifen weiterer Circusmitarbeiter und Artisten sei „als aggressives Verhalten falsch eingeschätzt“ worden, obwohl diese „auf die Herzkrankheit des Direktors hingewiesen“ hätten „und den zu Boden Gestürzten schützen wollten“. Beim Polizeieinsatz – vier Beamte wurden verletzt – seien acht Artisten und Circusmitarbeiter verletzt worden.

Der Circus wertet das Vorgehen der Beamten als „unbeabsichtigte Fehlreaktionen, doch legen wir Wert auf die Feststellung, dass keinerlei Aggression von uns der Auslöser des Vorfalls gewesen ist und wir uns generell mehr Schutz durch Behörden und Polizei sowie mehr distanzierte und überlegte Stellungnahmen etwaiger Aktivisten wünschen.“

Unterstützung für Circus

Unterstützung erhält der Lörracher Weihnachtscircus vom Landwirt Eugen Simen aus Steinen-Weitenau. Simen hält in seinem Betrieb Pferde und Rinder. Er habe den Circus in diesem Jahr bereits zwei Mal besucht und finde die Art und Weise, wie die Tierrechtsaktivisten gegenüber dem Circus auftreten „nicht in Ordnung.“ Seinem Eindruck nach befänden sich die Tiere in sehr guter Verfassung. Dies werde nicht zuletzt auch vom Veterinäramt geprüft.

Simen: „Zudem kann man bei diesen Tieren sicher nicht von Wildtieren im eigentlichen Sinn sprechen. Alle Tiere mögen einst Wildtiere gewesen sein. Aber auf Grundlage dieser Sichtweise müssten wir – unter anderem – alle Pferde, Hunde und Kanarienvögel auf der Stelle frei lassen.“

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