Lörrach Werkhof ist gut gerüstet

Lörrach - Während meterweise Neuschnee seit Jahresbeginn in den östlichen Alpen teilweise für großes Chaos gesorgt hat, ist in Lörrach vom Winter – bis auf einige Schneeflocken am heutigen Mittwoch – bislang recht wenig zu spüren. Für die Mitarbeiter des Werkhofs gibt es aber auch ohne Schnee und Glatteis genug zu tun. Dennoch ist der Eigenbetrieb gut auf einen späten Wintereinbruch vorbereitet und hat in moderne Technik investiert.

 

Das Salzlager an der Teichstraße, das rund 600 Tonnen fasst, ist gut gefüllt. Die Schneepflüge stehen in der Garage daneben in Reihe und Glied. Dazu wurden 20 000 Liter Flüssigsalz für besonders kalte Tage geordert. „Wir sind gut ausgestattet und vorbereitet“, erklärt Jens Langela, Betriebsleiter der Eigenbetriebe Werkhof, Stadtgrün und Friedhöfe.

 

Abrufverträge mit Salzlieferanten

 

Denn die Stadt hat mit mehreren Salzlieferanten sogenannte Abrufverträge geschlossen und sich somit über den Bestand im eigenen Lager weitere Salzreserven für einen möglichen Wintereinbruch reserviert. „Sollte der Winter kommen, müssen wir darum nicht erst dann einkaufen, wenn alle Kommunen Salz brauchen und es Lieferengpässe geben könnte“, sagt Langela.

 

Falls die Vorräte aufgrund eines milden Winters hingegen nicht benötigt werden, lagert sie der Lieferant gegen eine Gebühr bis zum nächsten Jahr ein und auch die Restbestände im eigenen Lager an der Teichstraße könnten bis zum nächsten Winter aufgehoben werden.

 

Im vergangenen Winter wurden 600 Tonnen Salz verbraucht

 

Im Winter 2017/18 wurde das eigene Lager laut Frank Sütterlin, Technischer Leiter des Werkhof, einmal komplett geleert. Die Kosten für diese 600 Tonnen belaufen sich auf rund 50 000 Euro. In diesem Winter hingegen war der Verbrauch bis Mittwochmittag überschaubar: „Bis jetzt hatten wir noch keinen Kompletteinsatz. Wir sind nur eine richtige Tour gefahren und haben etwa 20 Tonnen verbraucht“, sagt Sütterlin.

 

Hinzu kamen diverse Kontrollfahrten eines externen Dienstleisters, der bereits seit einigen Jahren zwischen 15. November und 15. März den Bereitschaftsdienst des Werkhofs über die aktuelle Witterung auf dem Laufenden hält. Denn dafür genügt laut Langela der Blick auf den Wetterbericht nicht: „Der Sicherheitsdienst fährt mit dem Auto durch die Stadt und führt Temperaturmessungen durch.“ Mit eigenem Personal sei diese zusätzliche Aufgabe nicht zu bewältigen.

 

Temperaturfühler in der Fahrbahndecke

 

Seit diesem Winter kommt an einigen neuralgischen Punkten wie auf dem Salzert oder Bühl aber auch in der Innenstadt zudem eine Glatteismeldeanlage zum Einsatz. Dazu wurden Temperaturfühler in der Fahrbahndecke installiert, erläutert Langela, die die aktuelle Temperatur per Funk weiterleiten und frühzeitig über Glatteis informieren.

 

Doch auch wenn Sicherheitsdienst und Messfühler nicht Alarm schlagen, gibt es für den Werkhof in den Wintermonaten genug zu tun: „Wir sitzen nicht herum und warten auf die Flöckchen“, sagt Frank Sütterlin und verweist auf aktuelle Hurstarbeiten an Gräben und Wasserläufen.

 

Winterdienst statt Mülleimerleerung

 

Bei glatten Straßen leiden andere Tätigkeitsbereiche, weil dann alle Kräfte für das Räumen und Streuen eingesetzt werden: „Die Mitarbeiter der Stadtreinigung sind beispielsweise komplett ausgelastet, den Winterdienst erledigen sie sozusagen on top“, erklärt Jens Langela. Wenn aufgrund eines heftigen Wintereinbruchs bereits nachts um 4 Uhr Alarm für alle Mitarbeiter ausgelöst wird, bleiben beispielsweise viele Mülleimer tagsüber ungeleert. „Es wird dann nur das Notwendigste erledigt“, sagt der Betriebsleiter.


Umso besser, dass es an Weihnachten relativ mild war und sich der Werkhof nach den Feiertagen auf die Müllbeseitigung konzentrieren konnte. Denn gerade rund um den Alten Marktplatz habe sich „eine neue Feierkultur etabliert“, beklagt Langela, die zu Sonderschichten seiner Mitarbeiter geführt habe.
 

Räum- und Streupflicht
Der Eigenbetrieb Werkhof ist vom 15. November bis 15. März rund um die Uhr einsatzbereit. Geräumt und gestreut werden Stadtstraßen, Rad- und Gehwege sowie circa 500 manuelle Einsatzstellen auf Gehwegen, Fußgängerüberwegen und Bushaltestellen. Für diese Arbeiten sind zwei Lastwagen, fünf Unimogs, fünf Transporter und sieben Schlepper/Kleintraktoren im Einsatz.
 

Hinweise für den privaten Winterdienst:
Straßenanlieger sind verpflichtet, betroffene Flächen von Schnee- und Eisglätte mit abstumpfenden Mitteln zu bestreuen. Gehwege sind auf einer Breite von mindestens 1,20 Metern zu räumen. Gleiches gilt für Treppen und Fußwege, für Straßen, an denen kein Gehweg angelegt ist, und für Verkehrsflächen in verkehrsberuhigten Bereichen, während in der Fußgängerzone in einer Breite von zwei Metern zu räumen ist. Die Räum- und Streupflicht ist auf die Zeit von 7 Uhr (an Sonn- und Feiertagen 8 Uhr) bis 20 Uhr begrenzt. Der Einsatz von salzhaltigen Stoffen sollte auf ein Minimum beschränkt werden.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

Newsticker

blank

Umfrage

Debatte über CO2-Steuer

Wären Sie bereit, für den Klimaschutz deutliche Einschnitte im Leben zu akzeptieren?

Ergebnis anzeigen
loading