Lörrach Wie fit sind unsere Schüler ?

Die körperliche Fitness der Erstklässler der Fridolinschule wurde gestern im Beisein der Projektpartner von Mitarbeitern und Studenten der Universität Basel getestet. Foto: Guido Neidinger Foto: Die Oberbadische

Von Guido Neidinger

Der Anfang ist gemacht. Das Projekt „AGIL – Aktive Grundschulen in Lörrach“ wurde gestern an der Fridolinschule in Stetten gestartet. Ziel der Sportstadt Lörrach ist es, Kinder fitter zu machen.

Lörrach. Noch ganz aufgekratzt sind die Schüler der Klasse 1b, als sie für die Zeitung abgelichtet werden. Kurz zuvor haben sie mit den anderen Erstklässlern ihrer Schule einen Parcours durchlaufen. Betreut durch Studenten der Universität Basel wurde die Fitness der Schüler an vier Stationen getestet: 20-Meter-Sprints, Ausdauertest (Pendellauf), Rückwärtsbalancieren auf einem Balken und seitliches Hin- und Herspringen.

Zudem wurden Daten wie Alter, Körpergröße und Gewicht aufgenommen. Mit diesen Daten wird ein wissenschaftlich fundiertes Bild über den Gesundheitszustand jedes Kindes erstellt.

Nach der Auswertung der Ergebnisse unter der Leitung von Katharina Endes (Universität Basel) erhalten alle Kinder und deren Eltern eine individuelle Bewegungsempfehlung. Diese kann vom Basissport bis zur Talentförderung reichen.

Das an der Fridolinschule gestartete Projekt soll Modellcharakter für möglichst alle Lörracher Grundschulen haben. „Die Bewegung der Kinder muss gefördert werden. Das unterstützt auch das Lernen“, war Rektorin Christine Mörth gerne bereit, als Pilotschule zu fungieren. Sie verspricht sich auch für den Sportunterricht an der Fridolinschule durch die professionelle Betreuung des Projekts Impulse.

Die Lörracher Sportkoordinatorin Laura Albert hofft, dass weitere Schulen mitmachen und die Fitness ihrer Erstklässler testen lassen. Gespräche werden laut Albert demnächst geführt.

In einem zweiten Schritt will Katharina Endes dann Quartiere in Lörrach definieren, in denen die Fitness der Kinder im Argen liegt, und wo folglich eine gezielte Förderung notwendig ist, zum Beispiel durch geeignete Sportangebote im Rahmen der Sportentwicklungsplanung der Stadt.

In Basel wurden bereits 4000 Kinder getestet. Pro Jahr kommen weitere 1500 Erstklässler hinzu. Dort liegen belastbare Ergebnisse vor: 20 Prozent der Kinder haben große Fitness-Defizite, 70 Prozent sind durchschnittlich fit und zehn Prozent sehr fit.

In Basel genießt das Projekt bei Lehrern und Eltern große Akzeptanz. Diese erhofft sich Joachim Sproß, Leiter des städtischen Fachbereichs Jugend/Schulen/Sport, auch in Lörrach, ebenso wie die Unterstützung durch den Gemeinderat.

Nicht immer müssen allerdings neue Sportangebote zur Verfügung gestellt werden. „Wir besitzen schon eine gute sportliche Infrastruktur", betonte Laura Albert gestern. Allerdings wissen viele Eltern nicht, wie sie auf die Fitness-Defizite ihrer Kinder reagieren sollen und welche Angebote für den Nachwuchs sinnvoll sind. Diese Erfahrung hat auch Katharina Endes in Basel gemacht. Hinzu kommt, dass bei vielen Eltern erst einmal ein Bewusstsein für die Notwendigkeit körperlicher Bewegung ihrer Kinder geschaffen werden muss.

Die Initiative für das bewegungsfördernde Projekt ging von Christoph Geissler, dem Leiter der Kindersportschule Lörrach, aus. Er konnte die Uni Basel zum Schritt über die Grenze bewegen. Weitere Partner sind die AOK Hochrhein-Bodensee und die Bürgerstiftung. Die Kosten für das Pilotprojekt betragen 5000 Euro. Weitere Sponsoren werden gesucht.n Siehe Kommentar

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