Lörrach Wie wir sind

Die Oberbadische, 16.05.2018 18:57 Uhr

Die Kulturzentren „La Coupole“ in Saint-Louis und „Burghof“ in Lörrach arbeiten künftig noch enger zusammen. Das Konzept wurde gestern in Saint-Louis präsentiert.

Von Dorothee Philipp

Lörrach/Saint Louis. Es sind oft starke zwischenmenschliche Impulse, die neue kreative Projekte erst ermöglichen. Im Fall der Tanzproduktion „anobis“, die derzeit gemeinsam vom Burghof Lörrach und dem Théâtre de la Coupole in Saint-Louis an den Saisonstart geschoben wird, liegt der erste Impuls schon einige Jahre zurück.

Als er Mentor Shalijani 2011 zum ersten Mal in einer Tanzperformance sah, blieb ein starker Eindruck und der Wunsch nach einem gemeinsamen professionellen Projekt, berichtet Markus Muffler, künstlerischer Leiter des Burghofs. Seit das Haus als Haus der Gastspiele mit seiner Tanzsparte eine wichtige Position einnimmt, rücken Tanzprojekte verstärkt in den Fokus. Und seit Eléonora Rossi vor anderthalb Jahren die künstlerische Leitung der „Coupole“ in Saint-Louis übernommen hat, hat die Interaktion beider Häuser an Fahrt gewonnen.

„Markus Muffler und ich haben die gleichen Ziele. Wir verstehen uns sehr gut“, sagt sie. Für ein volles Haus sorgte in Saint-Louis im vergangenen Jahr der Auftritt von China Moses im Rahmen des Stimmen-Festivals. Und jetzt etwas ganz Neues: Gestern stellten die beiden Intendanten das Projekt „anobis“ vor.

„Die Messlatte für die Qualität liegt hoch“, versprach Muffler. Nach einem Essen der beiden Intendanten zusammen mit den beiden Rathauschefs Jörg Lutz und Jean-Marie Zoelle stand auch der finanzielle Rahmen einer Ko-Produktion, berichtete Muffler. Es sei viel Enthusiasmus im Spiel gewesen, ergänzte Rossi, die beiden Oberbürgermeister hätten sonst wenig Gelegenheit, sich zu treffen. Auf diese Weise spiegelt das Projekt im Kleinen ein kulturelles Europa. Auf Lörracher Seite konnte man zudem neben der von einem Verein getragenen sozialen Jugendkultureinrichtung SAK als Partner auch die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden als Sponsor gewinnen.

Worum geht es? Für „anobis“ hat Tanzlehrer, Tänzer und Choreograf Mentor Shalijani ein Ensemble zusammengestellt, das sich aus der „Body Language Crew“ des SAK entwickelt hat. Die Performance basiert auf verschiedenen Stilen von klassischem Ballett bis Breakdance, wo Mentor Shalijani 2014 den Europameister-Titel holte. Seine Liebe zum Breakdance entdeckte er selbst als Kind im SAK.

Noch sind die konkreten Inhalte des Stücks unter Verschluss, doch die Bilder, die während der Pressekonferenz auf einer Leinwand zu sehen waren, versprechen ein Höchstmaß an Professionalität, Kreativität und Dramatik. „Uns geht es nicht um trivialisierte Schönheit, sondern darum, Menschlichkeit und Individualität zu zeigen“, betonte Rossi. „Wir erzählen, wie wir sind, wir zeigen unser Leben als authentische Haltung auf der Bühne, da wird nichts an- oder ausgeknipst“, erläuterte Shalijani.

Der Ausdruck kommt allein durch die Körpersprache. Deswegen spiele auch das Live-Ensemble aus Electronics, Cello und Schlagzeug eine tragende Rolle. Die in der Region bekannte Lörracher Regisseurin Marion Schmidt-Kumke wird die dramaturgische Leitung übernehmen und damit den tragenden Rahmen des Stücks definieren, in dem die Interaktion zwischen Elementen aus Tanz, Musik und Video zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfindet.