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Lörrach „Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Peter Ade
Der Hauinger Ortsvorsteher Günter Schlecht bei seiner Neujahrsansprache Foto: Peter Ade

Hauingen: Forderung: „Ortsverwaltung muss bleiben“ / 200 Gäste bei Neujahrsempfang

Die Neujahrsansprache des Hauinger Ortsvorstehers Günter Schlecht beinhaltete ein leidenschaftliches Plädoyer für den Fortbestand der drei Ortsverwaltungen und der Ortschafträte als politische Gremien. Soziales Miteinander, Bürgerservice vor Ort und die örtlichen Büchereien dürften nicht in Frage gestellt werden.

Von Peter Ade

Lörrach-Hauingen. „Wir verstehen nicht, dass alle Jahre wieder von den Grünen, der FDP und anderen Kräften unsere Ortsteilstrukturen zerstört werden sollen – jetzt aktuell im Gemeinderat und in der Öffentlichkeit“, erklärte Schlecht am vergangenen Freitag vor rund 200 Zuhörern, die in der Festhalle spontan applaudierten.

„Besondere Qualität der Bürgernähe, kurze Wege und Begegnungen auf Augenhöhe in den jeweiligen Rathäusern sind und bleiben immens wichtig“, forderte Schlecht dazu auf, bewährte Brücken zu erhalten und nicht ständig Gräben aufzureißen. Er vermisse Wertschätzung und Respekt bei der Erfüllung von Pflichtaufgaben für die breite Bürgerschaft im Auftrag der Stadt. „Wir sind nicht nur Bittsteller und Kostenfaktoren, sondern Dienstleister“, erklärte der Ortsvorsteher.

Brombach, Haagen und Hauingen hätten nicht zu verantworten, dass es in Stetten, Tumringen, Tüllingen und auf dem Salzert keine Ortsteilstrukturen gebe. Wörtlich: „Das Neidgefühl … kann unterschiedlich stark sein. So sind manche auf Dinge neidisch, wie eben auf unsere Ortsteilstrukturen und -Identitäten, die man sogar verachtet und eben nicht wertschätzt.“

Keine Auflösung

Schlecht bekräftigte, eine Auflösung von Ortschaftsrat und Ortsverwaltung komme nicht in Frage. Die aktuelle Diskussion werde man weiterhin kritisch begleiten und beobachten. „Dabei werden wir für die Rechte der Ortsteile kämpfen und lassen uns nicht unterkriegen.“

In seiner Ansprache markierte Schlecht Projekte und Entwicklungen, die 2022 im „Sunnedörfli“ für Schlagzeilen sorgten – zum Beispiel die Senioren-Quartierentwicklung auf der Basis einer Umfrage. Ergebnis unter anderem: Seit Mai gibt es jeden Mittwoch in der Kunz-Stiftung einen Mittagstisch unter dem Motto „Esse und Schwätze“, und seit Oktober ist auf dem Areal der Schöpflin-Stiftung eine Boulebahn in Betrieb.

Fertiggestellt ist das Hochwasserrückhaltebecken beim Friedhof. Im Baugebiet „Am Soormattbach“ kann auf über 20 Grundstücken der Wohnbau forciert werden. An der Schlichtergasse auf Brombacher und Hauinger Gemarkung läuft das Projekt „Soziales Wohnen“.

Einsatz für Sicherheit

Die Installation neuer Fluchtwege wurde für die Astrid-Lindgren-Grundschule in die Wege geleitet. Die Bauarbeiten am Zentralklinikum laufen auf Hochtouren, wobei der Ortsvorsteher die Forderung nach „möglichst zeitnaher“ Schaffung einer S-Bahn-Station „Entenbad“ erneuerte.

Im Dorf selbst bleiben Verkehrssicherheit (Tempo 30-Zone) und -beruhigung ein Dauerthema. Als „starkes politisches Signal“, auf das er als Mitinitiator persönlich sehr stolz sei, bezeichnete Schlecht die Einführung des „Ein-Euro-Ticket“, erhältlich bei der Ortsverwaltung.

Abschließend würdigte der Ortsvorsteher das ehrenamtliche Engagement. Stellvertretend dankte er dem Ehepaar Doris und Karl-Friedrich Ludin für jahrzehntelanges Wirken im Frauenchor und Männergesangverein (wir berichten noch).

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