Lörrach „Wir wollen und werden weitermachen“

 Foto: zVg/Messe Lörrach

Lörrach- Die Corona-Krise hat das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt, und doch wird vielerorts gearbeitet. In einer Serie beleuchtet unsere Zeitung wie Einrichtungen, Institutionen und Unternehmen mit dieser Situation umgehen, wie sich die Arbeit verändert, wie sich Menschen noch immer beruflich oder ehrenamtlich engagieren – wie das Leben weitergeht. In dieser Folge spricht Thomas Platzer, einer der Geschäftsführer der Regio-Messe, über die Situation seines Unternehmens.

„Diesen Tag werde ich nie vergessen“

Die Regio-Messe war die erste Massenveranstaltung im Landkreis Lörrach, die wegen der Corona-Krise untersagt wurde. „Das war am 6. März, diesen Tag werde ich nie vergessen“, hat Thomas Platzer die Antwort sofort parat. Für ihn und Natalia Golovina, seine Kollegin in der Geschäftsführung, war das Verbot der in den Startlöchern stehenden Regio-Messe zu diesem Zeitpunkt nur schwer zu begreifen.

Denn an diesem Tag gab es in Deutschland gerade einmal 641 bestätigte Corona-Infektionen, in Baden-Württemberg waren es nicht einmal 100 und im Landkreis Lörrach nur einer. Mehr noch: Als die Regio-Messe verboten wurde, fanden laut Platzer in Freiburg gleich zwei Messen und ein Bundesligaspiel statt.

„Im Nachhinein hat sich die Entscheidung als richtig erwiesen“

Platzer hadert dennoch nicht mit dem Verbot durch die Stadt Lörrach – im Gegenteil. „Im Nachhinein hat sich die Entscheidung als richtig erwiesen.“

Schwer zu verdauen ist die Absage der Regio-Messe aber nach wie vor. „Wir befinden uns noch immer in einer Art Schockstarre“, gibt Platzer zu. Verständlich, denn die Regio-Messe mit ihren 500 Ausstellern und etwa 60000 Besuchern ist die einzige wirkliche Einnahmequelle für die kleine Messegesellschaft mit sechs festangestellten Mitarbeitern.

Einvernehmliche Kosten-Lösung finden

Anstatt sich mit Bilanzen, Statistiken, dem Abbau der Hallen im Grütt zu beschäftigen und die abgeschlossene Messe wie üblich nachzubereiten, muss das Messeteam um Platzer und Golovina jetzt mit jedem einzelnen Aussteller Kontakt aufnehmen. Es gilt zu beschwichtigen, zu erklären und vor allem eine einvernehmliche Kosten-Lösung zu finden.

„Nicht alle Aussteller sehen ein, dass wir ihnen Kosten in Rechnung stellen müssen. Immerhin standen die Hallen bereits und auf dem Gelände oder auch in den Hallen war schon viel vorbereitet, als wir die Messe absagen mussten“, erklärt Platzer und wünscht sich: „Solidarität wird in der Corona-Krise groß geschrieben. Es wäre schön, wenn es Solidarität auch bei unseren Ausstellern und Zulieferern gibt und sie weiterhin zu uns stehen.“ Die Zeichen dafür stehen nach den bisher geführten Gesprächen allerdings gut.

„Wir haben nur eine einzige böse E-Mail bekommen“, weiß Platzer und hat dafür sogar Verständnis. „Der Aussteller lebt als Einzelkämpfer vom Messegeschäft und steht jetzt ohne Einnahmen da. Dem steht das Wasser bis zum Hals. Bei einigen Ausstellern geht es um die Existenz.“

Platzer gibt sich kämpferisch und überzeugt

Um die geht es auch für die Regio-Messe. Aber auch hier gibt sich Platzer kämpferisch und überzeugt: „Wir wollen und werden weitermachen. Die Stadt und die Region brauchen die Regio-Messe. Wir haben tolle Aussteller und müssen jetzt an der Existenzsicherung arbeiten.“

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