Lörrach Wohin geht die Reise?

Lörrach - Jahrzehntelang standen die Zeichen in Europa auf Integration. Doch spätestens seit dem Brexit ist klar: „Europa ist keine Einbahnstraße. Die Einigung ist umkehrbar.“ Mit dieser Warnung eröffnete Oberbürgermeister Jörg Lutz am Montagabend die Online-Veranstaltung „Partnerstädte heute und in Zukunft – ein Beitrag zu Solidarität und Vielfalt“ von Lörrach International, die im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus angeboten wurde.

Dass auch Kommunen die Scheidung einreichen können, hat im Januar die belgische Stadt Gent gezeigt. Sie will die Verbindung zum verschwisterten Wiesbaden lösen, weil klassische Städtepartnerschaften „nicht mehr zeitgemäß“ seien, wie die Frankfurter Allgemeine berichtete.

Lörrach International – in der Lerchenstadt für die Pflege der Partnerschaften zuständig –will Ähnliches vermeiden und die Zusammenarbeit mit den eigenen Partnerstädten weiterentwickeln. Alt-Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm, Ehrenmitglied von Lörrach International, skizzierte bei ihrem Vortrag die Stoßrichtung: Standen nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit Austauschprogramme und Delegationsbesuche zur Völkerverständigung im Vordergrund, rückten mittlerweile bedarfsorientierte Projektpartnerschaften zu globalen Themen wie Klima, Energie oder Migration in den Fokus.

Dabei sollten möglichst mehrere Partnerstädte gezielt im Verbund zusammenarbeiten, was den Aufwand insgesamt verringere. Kosten und Zeit ließen sich auch durch die Digitalisierung der Partnerschaftsarbeit sparen, welche Delegationsreisen ergänzen können.

Moderatorin Christine Ableidinger-Günther leitete auf zwei Solidaritätsprojekte in den Partnerstädten Senigallia und Chester über. In Senigallia hat der Kardiologe und Stadtrat Walter Mariotti 2018 die Ambulanz „Ambulatorio Solidale“ mitgegründet, in der sich bedürftige Menschen jedweder Nationalität kostenlos behandeln lassen können – von rein ehrenamtlich tätigem medizinischen Personal.

Nicola Oldfield stellte das Unity Centre Chawrec in Chester vor, das seit 1995 gegen Diskriminierung kämpft. Dort erteilt Oldfield Menschen aus vielen verschiedenen Nationen kostenlos Englischunterricht, darunter 21 Flüchtlingsfamilien aus Syrien.

Zum Abschluss präsentierte Mobilitätsberaterin Heike Schierbaum von der Handwerkskammer Freiburg Arbeitsmöglichkeiten für Auszubildende im Ausland. Auf diesem Weg hätten etwa Azubis aus den Bäckerklassen der Gewerbeschule Lörrach Auslandserfahrung in Senigallia, Edirne und Liverpool gesammelt.

Umgekehrt absolvierten junge Menschen aus Senigallia im Rahmen des Programms MobiPro EU Bäcker- und Metzgerlehren im Kreis Lörrach. Die Auslandsaufenthalte deutscher Azubis werden über das EU-Programm Erasmus+ gefördert. „Es ist noch viel Geld übrig“, verriet Schierbaum. Aus Sicht der Ausbildungsbetriebe sei ein solcher Austausch eine gute Möglichkeit für Jugendliche, „sich persönlich weiterzuentwickeln und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben“.

Der Countdown läuft: nur bis zum 22. Mai - Sichern Sie sich Ihre SUPERPRÄMIE! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

urn-newsml-dpa-com-20090101-191029-99-500330_large_4_3.jpg

Die neue Landesregierung will mehr Cannabis für den Eigenbedarf tolerieren. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading