Lörrach Würde und Selbstbestimmtheit

Schon heute ist jeder vierte Einwohner Lörrachs älter als 60 Jahre. Foto: Meller

Lörrach - „Einen so umfassenden guten Bericht wie zum Thema Senioren haben wir nicht immer“, war die einhellige Meinung der Grünen bei ihrer letzten Fraktionssitzung zur aktuellen Vorlage der Seniorenbeauftragen Ute Hammler. Nicht nur einiges an Wissen, sondern auch eine große Portion Herzensangelegenheit sei hier mit dabei. Neben dem Hintergrund zu den Zahlen des demografischen Wandels fielen die nicht gerade ermutigenden Zahlen in der Pflege besonders auf. Bis zum Jahr 2030 werden rund 300 Pflegeplätze zusätzlich benötigt. Deshalb müssten auch in den neuen Baugebieten Möglichkeiten für Pflegeplätze vorgesehen werden, schreibt Margarete Kurfeß von den Grünen.

Neue Querschnittaufgabe

Dass Seniorenpolitik jetzt auch als neue Querschnittaufgabe angesehen werde und eine Arbeitsgruppe innerhalb der Stadt eingerichtet wurde, zeige die deutlichen Veränderungen in der Sichtweise auf die Seniorenpolitik. Die umfassende Aufgabe der kommunalen Seniorenpolitik für die Stadt Lörrach bestehe darin, menschliche Würde und individuelle Persönlichkeit im Alter zu erhalten und bei allen Handlungsbereichen zu berücksichtigen. Auch für die Grünen ist dies nur möglich, wenn eine Quartiersarbeit aufgebaut und entwickelt wird. Die Grünen wollen den Bericht nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern drängen darauf, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch eine Umsetzung erfahren. Dabei sei klar dass nur mit personellem und finanziellem Engagement der Stadt Rahmenbedingungen geschaffen werden können, sodass selbstverantwortliches und selbständiges Handeln auch in Zukunft so lange wie möglich sichergestellt sind.

Auch die Freien Wähler begrüßen es, dass die Verwaltung im Rathaus und der Gemeinderat die Bedürfnisse von Senioren bei der Stadtentwicklung in den Blick nehmen wollen.

Schon heute sei jeder vierte Einwohner Lörrachs älter als 60 Jahre. Ute Hammler berichtete, dass in Lörrach schon heute Pflegeplätze fehlen. Sie zeigte außerdem auf, dass im Stadtzentrum und in jeden Stadtteil seniorengerechte Wohnungen, Treffpunkte für ältere Bürger und eine Nahversorgung mit Geschäften und Ärzten notwendig wären.

Mehr als Bau von Pflegeeinrichtungen

Diesen ganzheitlichen Ansatz unterstützen auch die Freien Wähler. „Seniorenpolitik umfasst mehr als den Bau von Pflegeeinrichtungen“, betont Silke Herzog, Stadträtin und Ortsvorsteherin von Brombach. Insbesondere wollen sich die Freien Wähler für den Bau von seniorengerechten Wohnungen im Zentrum und in allen Stadtteilen einsetzen. Kleine Wohnungen mit Gemeinschaftsräumen, die Begegnung ermöglichen, Servicewohnen und andere betreute Wohnformen, halten sie für sinnvoll. Die Freien Wähler sind überzeugt, dass viele ältere Menschen gerne aus ihren zu groß gewordenen Einfamilienhäusern in solche Wohnungen ziehen würden. Dies würde sich ihrer Meinung nach auf den gesamten Wohnungsmarkt positiv auswirken.

Ausdrücklich begrüßen die Freien Wähler es, wenn Privatleute Grundstücke für den Bau von seniorengerechten Wohnungen zur Verfügung stellen. Von der Stadt wünschen sie sich, dass sie solche Initiativen aktiv unterstützt.

Die Stadtquartiere sollten seniorengerecht gestaltet werden. Städtische Gebäude sollten dafür genutzt werden. Geeignet wäre laut Herzog zum Beispiel die alte Gewerbeschule Brombach.

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