Lörrach Zeitenwende im Museum

Die Akteure des Netzwerks Museen für das Projekt Zeitenwende 1918/19 bei ihrer Konferenz in Lörrach Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Lörrach. Die Zeitenwende nach dem Ersten Weltkrieg hat Europa fundamental verändert. Rund 20 Museen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz haben sich zusammengeschlossen, um 100 Jahre später diese Zeit vorzustellen. Es wird die europaweit größte grenzüberschreitende Ausstellungsreihe zum Thema. Die Partner treffen sich seit drei Jahren halbjährlich im Dreiländermuseum, um ihre Arbeit aufeinander abzustimmen. Kürzlich fand die fünfte ganztägige Konferenz in deutscher und französischer Sprache in Lörrach statt.

Wie groß die Veränderungen vor 100 Jahren waren, ist vielen Menschen heute kaum noch bewusst. Deutschland wurde nach einer Revolution erstmals Republik, Kaiser und Großherzog wurden abgesetzt, Frauen erhielten das Wahlrecht. Das Elsass kehrte zu Frankreich zurück, 150 000 Reichsdeutsche wurden vertrieben. Die Schweiz begann einen europäischen Sonderweg, die Chemie in Basel wurde zum Global Player und die Rheinschifffahrt bis Basel international garantiert. Zwischen den drei Ländern wurden auch in Friedenszeiten Grenzkontrollen eingeführt, die für das Leben der Menschen für das ganze 20. Jahrhundert prägend werden sollten.

Im Dreiländermuseum wird die Überblicksausstellung gezeigt, die alle diese Themen aufgreift. Dazu gibt es über sieben Monate ein umfangreiches Rahmenprogramm. Die Lörracher Präsentation wird von zeitgleich geöffneten Ausstellungen der anderen Museen vertieft, so etwa auf deutscher Seite im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart, im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe oder im Markgräfler Museum Müllheim, im Elsass im Historial am Hartmannswillerkopf oder im Naturkundemuseum Colmar und in der Schweiz zum Beispiel im Dichtermuseum Liestal und im Fricktaler Museum Rheinfelden.

Das Dreiländermuseum unterstreicht durch das Projekt erneut seine Rolle als Motor der grenzüberschreitenden Museumszusammenarbeit am Oberrhein. Sie hat wiederholt schon kräftige europäische Zuschüsse möglich gemacht. Die gemeinsame Website aller Ausstellungen: www.dreilaendermuseum.eu/ Netzwerk Museen.

„Das Museumsnetzwerk setzt mit seiner Ausstellungsreihe auch international ein wichtiges Zeichen für Verständigung und gemeinsame Geschichtsaufarbeitung“, ist Museumsleiter Markus Moehring überzeugt.

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