Lörrach Zeithorizont schockt Ortschaftsrat

Der Haagener Ortskern mit Blick auf das Quelleareal Foto: Kristoff Meller

Lörrach-Haagen - Der Ortschaftsrat Haagen bekräftigte am Dienstag seine Haltung: Haagen braucht einen Lebensmittelmarkt im Quelleareal als Nahversorger und für die Zukunft einen Dorfentwicklungsplan. Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdic stellte klar, dass man für einen solchen Plan und vor allem für die Sanierung des Quelleareals mehr Zeit brauche.

In den Baugebieten Belist und Neumatt-Brunnwasser wird in den kommenden Jahren Wohnraum für rund 1000 zusätzliche Einwohner entstehen. Zur Versorgung der Menschen gibt es aktuell nur eine Bäckerei-Filiale und eine Metzgerei. „Der letzte Supermarkt hat vor mehr als 20 Jahren zugemacht“, erinnerte Ortsvorsteher Horst Simon.

Als kürzlich Räume an der Hauinger Straße auf dem Quelleareal frei wurden, bekundete der lokale Lebensmittelhändler Dieter Hieber Interesse, dort mit einem „Lädele“, einen kleinen Supermarkt mit Café, einzurichten (wir berichteten). Daher beantragte der Ortschaftsrat im Oktober, dass die Stadt sich aktiv für die Ansiedelung dieses Lädele einsetzt und zum Beispiel weitere Standorte dafür prüft. Außerdem solle die Stadt mit Ortschaftsrat und Bürgern einen Dorfentwicklungsplan aufstellen, so der Rat. Um das Quelleareal, das der Firma Vacuform gehört, zu entwickeln, wollte der Ortschaftsrat es als städtebauliches Sanierungsgebiet ausweisen. Inzwischen wird diskutiert, ob für den Supermarkt ein Neubau auf dem Areal errichtet werden soll, ob ein Teil des Gebäudes dafür abgerissen werden müsste oder ob der Markt tatsächlich in die Räume an der Hauinger Straße einziehen könnte.

Sanierungskonzept braucht seine Zeit

Die Stadt will den Dorfentwicklungsplan erst dann angehen, wenn ihr Stadt- und Verkehrsentwicklungskonzept für ganz Lörrach steht. Das solle Ende 2020 der Fall sein, sagte Stadtplaner Alexander Nöltner. Ein Sanierungskonzept für das Quelleareal wird es laut Verwaltung allerdings nicht so schnell geben. Mit dem Wirtschaftsministerium und dem Regierungspräsidium habe man vereinbart, dass zunächst die Sanierungsgebiete „Baumgartnerstraße“ und „Nördliche Innenstadt“ abgeschlossen werden, informierten Nöltner und Neuhöfer-Avdic. Das könne jeweils acht bis zehn Jahre dauern. Außerdem müsse man die Entwicklung des Quelleareals mit allen Beteiligten, vor allem der Eigentümerin, abstimmen.

Ulrike Krämer (CDU) zeigte sich geschockt von diesem Zeithorizont. Sie erinnerte daran, dass der Ortsteil rasch wächst, und Haagen und Hauingen mit Geschäften schlecht versorgt seien. Auch Christa Rufer (SPD) vermisste ein Signal, dass die Stadt die Entwicklung Haagens jetzt anpacke. Es sei ein Fehler gewesen, dass die Stadt das Quellearal nicht gekauft habe. Alfred Kirchner (CDU) und Jutta di Marco (Freie Wähler) betonten, dass die Zeit drängt.

Ein Bürger kritisierte Oberbürgermeister Jörg Lutz‘ Aussage, Hieber habe kein Interesse mehr an einem „Lädele“. Er habe nachgefragt und das Gegenteil gehört. Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdic betonte mehrmals, einen kleineren Markt bis 800 Quadratmeter Fläche könne die Stadt sofort genehmigen. Ein größerer Markt brächte laut Märkte- und Zentrenkonzepte aber die Supermärkte in Brombach in Schwierigkeiten und Verkehr nach Haagen: „Eine übergeordnete Sichtweise ist wichtig.“

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