Lörrach Zwei Glanzleistungen zum Muttertag

Heidi Manser und Thomas Weinhappel waren voll in ihrem Element. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

„Die Oper küsst das Lied“ – so lautete das jüngste Programm in der Konzertreihe des Cafe Family & Friends. Am Muttertagssonntag trafen sich viele Musikliebhaber im Hebelsaal des Dreiländermuseums, um diesem besonders zugeschnittenen Programm zu lauschen.

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Die Künstler sind in Lörrach keine Unbekannten. Neben der Sopranistin Heidi Manser und dem Bariton Thomas Weinhappel begleitete Istvan Bonyhadi am Klavier. Wie Weinhappel in seinen Begrüßungsworten sagte, habe das Thema des Konzerts zu unzähligen Vorschlägen geführt. Man habe sich dann auf vier thematische Blöcke geeinigt.

Begonnen wurde mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Duett „Nun liebes Weibchen, ziehst mit mir“ aus dem Singspiele „Der Stein der Weisen oder Die Zauberinsel“ eröffnete den Melodienreigen. Dieses Singspiel von Mozart wurde 1770, da war er 14 Jahre alt, uraufgeführt und war lange verschollen. Der Text stammt von Emanuel Schikaneder, der Jahre später den Text zu „Die Zauberflöte“ geschrieben hat. Der Part der Sängerin beschränkt sich dabei auf ein mehrfaches „miau, miau“.

Mozart-Lieder wie „Das Veilchen“ und „Abendempfindung“ schlossen sich an.

Heidi Manser sang mit schwerer Stimme die Cavatine der Gräfin aus „Die Hochzeit des Figaro“ „Porgi amor, qualche ristoro“. Gekonnt trug danach Thomas Weinhappel aus der Oper „Don Giovanni“ das Ständchen des Titelhelden vor.

Ein erster Höhepunkt zum Thema „Liebe“ war das Duett Dorabella-Guglielmo aus dem zweiten Akt der Oper „Cosi fan tutte“. Von Stimmfarbe und Charakter ist Manser mehr ein Mezzosopran. Bei der Dorabella, die für dieses Stimmfach komponiert ist, konnte die Sängerin ihre Stimme voll entfalten. So wurde dieses Duett zu einem wahren Genuss.

Sehr interessant war der Block über die Loreley. Das bekannte Gedicht stammt von Heinrich Heine. Die volksliedhafte Vertonung verfasste Friedrich Silcher. Diese „Urfassung“ sang Weinhappel mit viel Schmelz. Hoch schlagende Wellen und brausende Winde in der Klavierbegleitung vermittelte die Vertonung von Clara Schumann, dramatisch gesungen von Heidi Manser. Den Heine-Text in leicht modifizierter Form verwendete auch Franz Liszt in seinem „Loreley“-Lied. Robert Schumann nahm in seinem Lied „Waldgespräch“ indirekten Bezug auf die Sagengestalt der Loreley.

Der böhmische Komponist Erich Wolfgang Korngold ist uns heute weitgehend unbekannt. Wegen seiner jüdischen Herkunft musste er 1934 in die USA emigrieren. Auf dem Programm standen vier Shakespeare-Lieder, die bereits in den USA entstanden sind. Der größte Erfolg von Korngold war die Oper „Die tote Stadt“, aus der das Tanzlied des Pierrot und Mariettas Lied zu Gehör kamen.

Der letzte Block war Richard Strauss gewidmet. Nach mehreren Liedern wurde das Duett „Und du wirst mein Gebieter sein“ von Arabella und Mandryka zu einem weiteren Konzerthöhepunkt. Beide Sänger waren hier voll in ihrem Element und zeigten wahre Glanzleistungen.

Die Zuhörer in dem gut besetzten Hebelsaal applaudierten heftig, wofür sie mit dem zweistimmigen Lied „Ich wollt meine Liebe ergösse sich“ von Felix Mendelssohn Bartholdy belohnt wurden.

Weitere Informationen: Das nächste Konzert findet am 23. Juli, 17 Uhr, im Dreiländermuseum statt. Thema: „Im weißen Rössl & noch mehr Operette“. Mitwirkende: Rene Rumpold (Tenor) und Doris Lang (Sopran), Bela Fischer (Klavier). Vorverkauf: Café Family & Friends, Tumringer Straße 194

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