^ Lörracher Aufführung: Lebensfreude auf Rollschuhen – Jugend zeigt ihr Können - Lörrach - Verlagshaus Jaumann

Lörracher Aufführung Lebensfreude auf Rollschuhen – Jugend zeigt ihr Können

Christiane Breuer
Das farbenprächtige Rolling Rio-Ensemble Foto: Christiane Breuer

Die „Rolling Rio“-Aufführung des TSV Rot-Weiss Lörrach zieht die Zuschauer zwei Stunden lang in ihren Bann.

Schon der erste Auftritt entführt das Publikum mitten in das Karnevalsgeschehen in Rio: 40 Rollkunstläuferinnen im Alter von vier bis 22 Jahre gleiten anmutig in glitzernden, farbenfrohen Kostümen durch die Halle und haben bei aller Aufregung Riesenspaß. Die Zuschauer erleben heiße Samba-Rhythmen, witzige und nachdenkliche Dialoge, starke Bilder und eine berührende Geschichte.

Ein Papagei lernt fliegen

Blu, ein blauer Ara-Papagei, hat fast sein ganzes Leben bei Linda verbracht, in einem gutbeheizten Buchladen in Minnesota. Er kann nicht fliegen, was ihm aber auch nicht wichtig ist. Eines Tages bekommen die zwei Besuch. Der Ornithologe Tullio aus Brasilien erzählt Linda, dass Blu der letzte männliche blaue Ara weltweit ist, und dass in Brasilien mit Jewel das letzte blaue Ara-Weibchen auf ihn wartet.

Mitten im Karneval

Aber nicht nur die Wissenschaft, sondern auch skrupellose Vogelhändler sind an den Papageien interessiert. Die wiederum engagieren eine diebische Affenbande. Blu wird nach Rio de Janeiro verschleppt, zusammen mit Jewel, die überhaupt nicht paarungswillig oder an Nachwuchs interessiert ist, zusammengekettet und in einen Käfig gesperrt. Beide geraten zusammen mit Verfolgern und Rettern in den lauten bunten Karneval. Natürlich gibt es ein Happyend. Blu lernt unter widrigen Umständen sogar das Fliegen.

Das nüchterne Ambiente der Wintersbuckhalle war sofort vergessen, als sich die Läuferinnen in ihren fantasievollen, farbenprächtigen Vogel-Kostümen in den prallen Großstadtdschungel von Rio werfen. Jede einzelne Szene wird in der prächtigen Kulisse kreativ in Bilder umgesetzt. Da gibt es kleine Paradiesvögel, einen betrügerischen Kakadu, turnende Affen und furchteinflößende Räuber. Lindas Buchladen ist mit Regalen und Buchständern, der Dschungel mit Palmen, Bananenblättern und exotischen Blumen opulent ausgestattet. Das Universitätslabor von Papageienforscher Tullio beherbergt auch noch jede Menge andere Tiere, dargestellt von vielen jüngeren Läuferinnen. Die Straßenbahn, das Fluchtfahrzeug für die beiden blauen Aras, funktioniert und sieht aus wie in Rio. Nur wenige Kostüme wurden zugekauft, die meisten wurden von den Müttern selbst genäht, mit Pailletten, Strass, Federn, Tüll, Samt und Lurex.

Fast alles selbst genäht

Inszeniert hat dieses spannende Abenteuer Ingrid Keser, die seit 35 Jahren die Rollkunstabteilung des TSV Rot-Weiss in Lörrach leitet. Sie hat die Musik, die Stimme des Erzählers sowie die Dialoge im Tonstudio kombiniert und dazu die Choreographie entwickelt.

Mit den Proben hat sie erst vor gut zwei Monaten begonnen. Zweimal pro Woche haben die rund 40 Läuferinnen dann jeweils zwei Stunden ihre Rollen eingeübt – mit kunstvollen Figuren, Sprüngen, Pirouetten und Massenszenen. So entstand in kürzester Zeit ein temporeiches, dynamisches Stück mit Rollkunstlauf auf hohem Niveau. Besonders auffallend war bei den Teilnehmerinnen die schauspielerische Darstellung, mit der sie die Dialoge so lebensecht spielten, als würden sie selbst sprechen.

Stephan Lievert von Data Sound lieferte zusammen mit einigen Eltern an Verfolger-Scheinwerfern eine fulminante Licht- und Ton-Show. Das Publikum in der voll besetzten Halle war restlos begeistert und dankte mit Szenenapplaus und Ovationen am Schluss.

Yvon Göttle war als Vorstand für die gesamte Organisation verantwortlich. Sie dankte allen, die mitgeholfen hatten sowie den Spendern allen voran Georg Leisinger vom Restaurant Rosengarten im Grütt. Da man für die Veranstaltung keinen Eintritt verlangt habe, sei man für die Ausrichtung auf Spenden angewiesen.

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