Lörracher Energieversorgung Beim Ausbau der Fernwärme bleiben Fragen noch offen

Markus Greiß
Der Wärmenetzausbau in Lörrach kommt trotz Kapazitätsengpässen voran. Foto: Stadtenergie Lörrach

Die Stadt Lörrach will flächendeckend Fernwärme anbieten, kann aber noch keine genaue Prognose über den weiteren Wärmenetzausbau abgeben.

Seit dem 1. Januar 2021 kommt die Wärmeversorgung in Lörrach aus einer Hand. Damals ging die Stadtenergie Lörrach, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Lörrach, der badenova Wärmeplus sowie der ratio Neue Energie, als einheitlicher Wärmeversorger an den Start. Erklärtes Ziel der Stadtverwaltung ist es, „möglichst flächendeckend in der Stadt Fernwärme anbieten zu können und Planungssicherheit für Hausbesitzer zu erzeugen“. Mit diesen Worten wird Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic in einer Medieninformation zitiert, die bei der Sitzung des Betriebsausschusses Stadtwerke verteilt worden ist. Planungssicherheit ist aktuell aber noch nicht in Sicht, wie die Aussprache im Ausschuss verdeutlichte.

Mehrere Neukunden

Dort stellten Wolfgang Droll, Eigenbetriebsleiter Stadtwerke Lörrach, und der Geschäftsführer Vertrieb, Projektentwicklung und Planung der Stadtenergie Lörrach, Michael Pilgermayer, den Stand der Wärmeversorgungsprojekte im Stadtgebiet vor. Demnach wurden 2023 mehrere Neukunden an das Wärmenetz angeschlossen, darunter der Bahnhof, das Landratsamt, die Sparkasse und das Rathaus. Zu den bestehenden sechs Wärmeverbünden Tumringen, Kernstadt, Am Alten Markt, Campus Rosenfels, Stetten-Süd und Elsässer Straße kommt nun der neue Wärmeverbund Stetten-Dorf mit der Energiezentrale in der neuen Turnhalle der Fridolinschule hinzu, der im Herbst dieses Jahres an den Start gehen soll.

Was 2024 ansteht

Um weitere Möglichkeiten der Wärmenutzung auszuloten, werden das Abwärmepotenzial des Krematoriums ermittelt und Gespräche zur Nutzung industrieller Abwärme geführt. 2024 sind außerdem zahlreiche Leitungsverlegungen geplant. Pilgermayer hob die geplanten Verlegungsarbeiten am Aicheleknoten hervor. Es handele sich um eine „reine Vorverlegung ohne Kunden“, die umgesetzt werde, um für künftige Anschlüsse gerüstet zu sein. Ansonsten müsse sich die Stadtenergie Lörrach aufgrund begrenzter Kapazitäten auf die Projekte mit den größten Effekten konzentrieren.

Droll präsentierte bei der Ausschusssitzung die Zahlen zum Energiemix. So kamen 2022 vor allem Erdgas (44,5 Prozent), Holz (36,5 Prozent) und Biomethan (18,3 Prozent) zur Wärmeerzeugung zum Einsatz. An Energie wurden in jenem Jahr 25,3 Millionen kWh bezogen und 19,2 Millionen kWh verkauft, was einem Nutzungsgrad von 76 Prozent entspricht – laut Pilgermayer eine „gute Zahl“.

Das sagen die Fraktionen

In ihren Wortmeldungen lobten mehrere Ausschussmitglieder die positive Entwicklung beim Ausbau der Wärmeversorgung. Mehrfach wurde aber auch betont, dass die Bürger genauere Informationen über den Ausbaufahrplan und die Preise eines Fernwärmeanschlusses bräuchten, um selbst planen zu können. Doch genau diese Angaben sind aktuell noch nicht verfügbar. Man müsse erst die Wärmeplanung der Kommune und die wirtschaftliche Planung des Unternehmens übereinanderlegen, um mehr Klarheit über den weiteren Ausbau zu gewinnen, sagte Droll.

Und was die Preise betrifft, sind diese laut Pilgermayer in den verschiedenen Versorgungsgebieten der drei Gesellschaften, welche die Stadtenergie Lörrach gegründet haben, „historisch unterschiedlich“. Man strebe langfristig eine Vereinheitlichung an, brauche hierfür aber noch Zeit.

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