Lörracher Gemeinderat Mitarbeiter im Rathaus halten und neue gewinnen

Marco Fraune
Das Rathaus reagiert auf den Fachkräftemangel. Foto: Fraune

Der Gemeinderat hat dem Abschluss der Dienstvereinbarung über Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Stadtverwaltung auf dem Arbeitsmarkt zugestimmt.

Leicht nachjustiert wurde lediglich die Beschlussvorlage, dass der Oberbürgermeister nun die Befugnis zur Gewährung von übertariflichen Zulagen zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften im Rahmen der Vorgaben der Fachkräfte-Richtlinie in Höhe von bis zu 500 Euro brutto pro Monat „in Abstimmung mit dem Personalrat“ erteilen kann. Die Verwaltung wurde zudem ermächtigt, in Absprache mit dem Personalrat ein Mitarbeiter-Werbungsprogramm mit einer Prämie von maximal 1000 Euro brutto pro geworbenen Mitarbeiter zu entwickeln und zu etablieren.

Das Geld

Der im Programm enthaltene zusätzliche freie Tag entspricht laut Vorlage Personalkosten von zirka 100 000 Euro pro Jahr. Fachbereichsleiter Thomas Wache begründete diesen damit, dass sich Mitarbeiter einen Tag Zeit für sich nehmen können, um dann gestärkt und motiviert wieder an die Arbeit geben zu können. Denn Mitarbeiter zu halten, stelle einen zentralen Aspekt dar. „Mit Geld gewinnen wir nicht den Kampf um Arbeitskräfte.“ Vielmehr müsse die Verwaltung auf vielen Feldern aktiv sein.

Die Unterstützer

Das Tarifwerk für den öffentlichen Dienst lasse wenig Handlungsspielraum, weiß auch Fritz Böhler (Grüne). Doch mit dem Beschluss würden mehr Flexibilität und Anreize ermöglicht. Es sei „sinnvoll“, das Werkzeug einzusetzen.

„Die Stadt als Arbeitgeber ist auf einem guten Weg“, findet Günter Schlecht (SPD). Wichtig sei, nicht nur im Rathaus selbst, sondern auch außerhalb passend zu agieren. Und: „Wichtig ist, dass ein gutes Arbeitsklima herrscht.“

Die Vereinbarung wurde laut Ulrike Krämer (CDU) „sehr gut“ mit dem Betriebsrat erarbeitet. Die Arbeitgeberattraktivität der Stadt müsse auch gesteigert werden. Gute Stimmung und gute Zusammenarbeit seien wichtig.

Die Kritiker

Das Freie-Wähler-Spitzenduo Matthias Lindemer und Jörg Müller stimmten hingegen gegen den Beschluss. Die führten Unwägbarkeiten bei den personellen Auswirkungen des freien Tages sowie der Finanzen an. Für die Zulage würden klare Kriterien fehlen. Lindemer kritisierte zudem: „Innerhalb der Verwaltung blockiert man sich.“

OB Jörg Lutz verwies hingegen auf die nun in Rente gehenden Babyboomer und den Fachkräftemangel. In Richtung der Verwaltungs-Azubis, die als Zuhörer zum Teil im Sitzungssaal saßen, sagte er: „Wir brauchen den Nachwuchs.“

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