Lörracher Gemeinderatswahl Wie bewerten die Fraktionen den Wahlausgang?

Bernhard Konrad und Marco Fraune
Die Lörracher haben den neuen Rat gewählt. Foto: Marco Fraune

Das Ergebnis der Lörracher Gemeinderatswahl bietet Anlass zu einer Blitz-Analyse.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterten Vertreter von Fraktionen, politischen Gruppierungen und Verwaltung ihre Sicht der Dinge. Margarete Kurfeß, Grünen- Fraktionssprecherin: „Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Wir haben damit gerechnet, dass wir weniger Stimmen erhalten als 2019. Aber mit acht Sitzen und über 24 Prozent sind wir gut in der Mitte von Baden-Württemberg dabei. Schwieriger sehen wir den Rechtsruck. In Zukunft muss man stärker daran arbeiten. Insgesamt werden wir nun wieder zur inhaltlichen Sachpolitik zurückkehren.“ Ulrike Krämer, CDU-Fraktionsvorsitzende: „Wir haben einen Sitz verloren, sind aber zweitstärkste Kraft im Gemeinderat geblieben. Mit diesem Ergebnis bin ich zufrieden. Erschreckend finde ich dagegen, dass die AfD nun drei Sitze im Gemeinderat hat und die ,Bürger für Lörrach’ auf Anhieb zwei Sitze erhalten haben.“

Günter Schlecht, SPD-Spitzenkandidat: „Wir wollten sechs Sitze halten, haben aber einen verloren – dennoch ist das Ergebnis akzeptabel. Es standen mehr politische Gruppierungen zur Wahl, und die Zeiten sind schwierig. Und natürlich freut es mich, dass ich die meisten Stimmen aller Kandidaten erhalten habe.“ Matthias Lindemer, FW-Fraktionschef: „Wir sind nicht zufrieden. Wir hatten uns mindestens sechs Sitze erhofft, doch bei dieser Polarisierung können wir diese fünf gehaltenen Sitze als Erfolg verbuchen. Wir werden nun versuchen, die demokratische Mitte zu vertreten und mit den Parteien in der Mitte Lösungen zu bieten und Mehrheiten zu finden.

Wolfgang Koch, AfD: Der Spitzenkandidat der AfD und seit fünf Jahren im Gemeinderat sitzende Wolfgang Koch war am Montag für unsere Redaktion nicht erreichbar. Zum Wahlkampfauftakt hatte er das Ziel ausgegeben, dass die AfD Fraktionsstärke erreichen will – was nun der Fall ist. Die Lörracher Liste „geht in konservative Richtung, auch in Richtung CDU“, hatte er erkärt. Matthias Koesler, FDP: „Für uns ist das ein positives Ergebnis, dass wir zwei Mandate errungen haben. Wir hoffen noch auf ein gutes Abschneiden im Kreis. Bei der Europawahl haben wir mit annährend 7,5 Prozent ein perfektes Ergebnis erreicht. Wir freuen uns, dass Lörrach liberaler geworden ist. Wir müssen aber noch den Schock verkraften, dass wir mit drei AfD-Sitzen und zwei Birger-Bär-Sitzen nun agieren.“

Birger Bär, BfLÖ: „Ich freue mich über die gestiegene Wahlbeteiligung, zu der wir ,Bürger für Lörrach’ sicher beigetragen haben. Die Debatten im Rat werden nun lebhafter werden, aber ich möchte Mauern einreißen, nicht hochziehen. Mit Blick auf mögliche Bündnisse innerhalb des Gremiums möchte ich mich heute zurückhalten. Nur so viel: Es gibt noch eine weitere Bürgergemeinschaft im Gemeinderat. Priorität hat für uns die solide Finanzierbarkeit von Projekten.“ Jörg Lutz, Oberbürgermeister: „Wir haben den Wählerwillen zu respektieren. Es ist eine leichte Verschiebung innerhalb des Rats festzustellen, aber ich hoffe, dass alle gemeinsam zum Wohl der Stadt Lörrach arbeiten wollen.“

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