Malsburg-Marzell Alemannische Gedichte vertont

Malsburg-Marzell - Eine „Welturaufführung“ erwartet am Freitag, 10. Mai, 19 Uhr, die Besucher eines vom Heimatverein und der „Gmeistube“ mit Unterstützung des Grenzacher Kirchenmusikers Dieter Zeh initiierten Konzerts in der Marzeller Martinskirche: Uli Führe, weit über den badischen Raum bekannter Komponist und Liedermacher, hat Gedichte von Manfred Marquardt vertont und stellt einen großen Teil dieses Werks zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor.

„Warum Marzell als Veranstaltungsort?“ Zeh, er hat einen Teil seiner Jugend in Marzell verbracht, beantwortet diese Frage wie folgt: Im Dorf am Blauen hatte Marquardt seine erste Lehrerstelle (1951 bis 1956) und ist hier gerade den Älteren noch in guter Erinnerung.

„Da kommen zwei herausragende Persönlichkeiten des alemannischen Sprachraums zueinander – der 1982 verstorbene Dichter Manfred Marquardt und der 1957 geborene Musiker Uli Führe“, erklärt Zeh. Und weiter: „Es gibt Gemeinsamkeiten, auch wenn sie unterschiedlichen Generationen angehören: Beide sind in Lörrach aufgewachsen, also dort, wo das Hochalemannische zu Hause ist (war?), und beide haben das, was sie seit ihrer Kindheit tagtäglich zu sprechen gewohnt waren, nicht als Dialekt, sondern als „Sprache“ in des Wortes originärer Bedeutung verstanden. Sie haben etwa zur gleichen Zeit mit Veröffentlichungen auf sich aufmerksam gemacht: Führe 19-jährig im Jahr 1976, und Marquardt 1979 mit über 50 Jahren.

Auch wenn das Wort „authentisch“ heutzutage der Begriffsinflation anheim gefallen ist – für beide darf es zur Charakterisierung verwendet werden. Marquardt ist es gelungen, alemannisches Dichten aus der Nische des Behäbigen und Betulichen in die Mitte des realen Daseins zu positionieren. Marquardt als kompromissloser Mahner, der mit der Kraft der Muttersprache agiert – so kennen ihn viele. Es gibt aber auch den anderen, den einfühlsamen Betrachter des Alltäglichen, also der Situationen, in denen es „menschelet“.

Und so trifft Marquardt auf den vielseitigen Uli Führe, den musikalisch polyglott aufgestellten Liedermacher und Komponisten, der in vielen Stilen zu Hause ist, sich in seinen Vertonungen aber immer wieder auf das Alemannische besinnt. Damit ist garantiert, dass er die Facetten der Gedichte mit den Mitteln der Musik aufscheinen lässt und – „immer den richtigen Ton trifft“, so Zeh.

Nach dem Konzert trifft man sich im benachbarten Generationentreff „Gmeistube“, dem Ort, an dem Marquardt fünf Jahre lang gewirkt hat und der mittlerweile in einen für die Berggemeinde wichtigen Treffpunkt verwandelt wurde.

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