Malsburg-Marzell Auch Kommune will unterstützen

Mit Hilfe einer Genossenschaft soll das Gasthaus „Maien“ in Vogelbach wiederbelebt werden. Was die genaue Ausgestaltung betrifft, sind die Käufer, ein Geschwisterpaar aus Schliengen, für Ideen aus der Bevölkerung offen. Wichtig für das Projekt ist die Unterstützung durch die Gemeinde Malsburg-Marzell. Auch deshalb wurde der Gemeinderat am Montagabend auf den aktuellen Stand gebracht.

Von Alexandra Günzschel

Malsburg-Marzell. Den Vortrag hatte kurzfristig Dieter Baumgartner übernommen, nachdem der neue Inhaber des Gasthauses, Natanael Rostek, nur wenige Stunden vor dem Termin mit seinem Fahrrad gestürzt war. Baumgartner gehört dem achtköpfigen Organisatorenteam an, das sich wöchentlich via Zoom-Konferenz trifft.

Das Inhaber-Geschwisterpaar will, dass der „Maien“ als Wirtschaftsbetrieb weitergenutzt wird. Ein Ziel, das im abgelegenen Vogelbach am besten durch die Gründung einer Genossenschaft erreicht werden kann, wie Baumgartner ausführte.

Eigentlich wäre nun Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Doch die Umstände dafür sind pandemiebedingt nach wie vor schwierig. Und so verteilt man derzeit vor allem Flyer mit dem Hinweis auf die Homepage.

Baumgartner bedankte sich am Montag dafür, das Projekt im Gemeinderat vorstellen zu dürfen. Die derzeit klammen Kassen der Kommunen sind dem Orga-Team nicht entgangen, weshalb es ihnen für den Moment in erster Linie um ideelle Unterstützung geht. „Eine Genossenschaft bietet eine gewisse Sicherheit. Die Aufgaben und Investitionen sind auf viele Schultern verteilt“, warb Baumgartner für das Projekt. Von der Gemeinde wünscht er sich Unterstützung etwa bei Veröffentlichungen zum Thema. „Schön wäre es auch, wenn die Gemeinde Anteilseigner werden würde – in welcher Höhe auch immer“, so die Initiative.

Rund 80 000 Euro an Eigenkapital sind für die Genossenschaftsgründung erforderlich. Ein Genossenschaftsanteil soll für etwa 300 Euro zu haben sein, so die aktuelle Planung. Etwa die Hälfte des Eigenkapitals wird für die Anschaffung neuer Küchengeräte benötigt. Der Rest soll als Rücklage für Unvorhergesehenes dienen.

Das Gasthaus sei in einem sehr guten Zustand, betonte Baumgartner. Unverbindliche Zusagen von Interessenten, die mitmachen wollen, würden den Organisatoren fürs erste reichen.

Etwas für die Region auf die Beine stellen

Das Genossenschaftsprojekt „Maien“ soll nach Möglichkeit auf breiter Basis starten, so dass fünf oder sechs Öffnungstage möglich sind und die Angestellten auch bezahlt werden können. Die Eigentümer wollen das Gasthaus an die Genossenschaft verpachten, aber auch selbst Anteilseigner werden.

Zwar soll sich das Projekt in absehbarer Zeit selber tragen. Doch ziehen die Eigentümer ihre Motivation auch daraus, etwas für die Region auf die Beine stellen zu wollen. Sicherlich würden sie mit sich reden lassen, wenn es einmal schlecht laufe, sagte Baumgartner.

„Viele finden das Projekt toll. Verbindliche Zusagen gibt es aber bisher nur wenige“, erklärte der Referent auf Nachfrage von Bürgermeister Mario Singer.

Einig war man sich darüber, dass das Projekt unter den neuen Rahmenbedingungen gelingen kann. Denn vor zwei Jahren hatte sich schon einmal eine Bürgerinitiative mit dem Ziel der Gründung einer Genossenschaft zur Wiederbelebung des „Maien“ gegründet. Seinerzeit scheiterte dieses Vorhaben nicht zuletzt am hohen Kaufpreis der Immobilie.

Verwaltung, Gemeinderat und Zuhörer signalisierten geschlossen ihre Zustimmung zum Projekt. Man will diese „Riesenchance“ nutzen, schon deshalb weil die Alternative letzten Endes wohl Leerstand bedeuten würde.

Weitere Informationen: www.maien-vogelbach.info

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