Malsburg-Marzell Eine Lücke in Regionalgeschichte geschlossen

Das Buchcover zur Häuserchronik von Fred Wehrle Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Von Elmar Vogt

Malsburg-Marzell. In den vergangenen Jahren ist ein verstärktes Interesse an heimatgeschichtlicher Literatur festzustellen. Dies findet vor allem auch in den Ortssippenbüchern und in den Familien- und Häuserchroniken seinen Ausdruck. „Sammelt das Verstreute, damit es nicht verloren geht!“, mahnte bereits der Nürnberger Arzt und Humanist Hartmann Schedel (1440 bis 1514).

Fred Wehrle, der bereits mit zahlreichen informativen Veröffentlichungen zur Regionalgeschichte an die Öffentlichkeit getreten ist, hat in seine Häuserchronik über Malsburg-Marzell 15 Jahre Arbeit gesteckt. Sie beinhaltet die Beschreibung von rund 300 Gebäuden, die vor dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurden, auf knapp 350 Seiten. Eingebettet sind auch Schilderungen über die Lebensweise der Bewohner.

Viele alte mündliche Überlieferungen der Einwohner sind ebenfalls schriftlich festgehalten. Mehr als 400 historischen Aufnahmen und Gemälde ergänzen die Texterläuterungen zur Häuserchronik.

Wie ist das Buch zu lesen? Die Reihung oder Gliederung der beschriebenen Häuser erfolgt nach den Lagebuchnummern in aufsteigender Reihenfolge innerhalb der verschiedenen Ortschaften. Hinter den Lagebuchnummern ist jeweils die Hausnummer angegeben. Da sich die Lagebuchnummern in der Vergangenheit nicht grundlegend geändert haben, die Hausnummern dagegen sehr oft, ist das Auffinden der jeweils beschriebenen Häuser auf diese Weise auch für zukünftige Generationen besser garantiert.

Das jeweilige Erbauungsjahr der Gebäude ist in schwarzer Schrift und fettgedruckt hervorgehoben. Bei den durch Brand, Unglücke oder sonstige Ursachen verschwundenen Gebäuden ist das Baujahr zusätzlich kursiv gesetzt. Ein Glossar mit verschiedenen Begriffserklärungen und ein Index mit dem Verzeichnis der Gebäude in der Doppelgemeinde nach Ortschaften und Hausnummern schließen den Band ab.

Entdeckerfreude bei der Recherche

Die Erstellung von Häuserchroniken ist eine durchaus spannende Beschäftigung, weil sie mit Sicherheit zu beglückenden Entdeckungen führt und dem Entdecker viel Freude bereitet. Eine solche Arbeit hat stets etwas mit Menschen zu tun. Hervorzuheben sind auch die gelungene graphische Gestaltung, das gewählte Format und die qualitätsvolle Ausstattung mit historischen Aufnahmen.

Das in einer kleinen Auflage erschienene Buch ist geeignet für Bewohner der Doppelgemeinde sowie für an der regionalen Bauern-, Schwarzwaldhaus- und Architekturgeschichte interessierten Personen.

Es braucht einen langen Atem, Zähigkeit, Leidenschaft und Faszination um ein solches Werk zu planen, zu bearbeiten, fertigzustellen und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wehrle hat in einem bewundernswerten Kraftakt mit einem außergewöhnlichen Beispiel dazu beigetragen, eine Häuserchronik seiner Heimatgemeinde engagiert aufzuarbeiten und schriftlich zu dokumentieren. Damit hat er eine Lücke in der Regionalgeschichte geschlossen.

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