Malsburg-Marzell Er war der letzte Farrenhalter

Weiler Zeitung, 13.03.2018 22:16 Uhr

Malsburg-Marzell (kn). Am Montag, dem Tag seines 89. Geburtstags, ist Fritz Weltin aus dem Ortsteil Käsacker nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Zeit seines Lebens war er mit Leib und Seele Landwirt: Seit 1970 und über vier Jahrzehnte hinweg war er im Auftrag der Gemeinde Farrenhalter und lange Jahre der letzte Landwirt in Malsburg-Marzell, der einen „Gemeinde-Bullen“ betreute, eine Aufgabe, die ihm ans Herz gewachsen war.

Aufgewachsen ist der Verstorbene auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Eltern im Käsacker: Er besuchte die Schule in Vogelbach und musste bei Wind und Wetter einen langen Schulweg zu Fuß bewältigen.

Er sei der letzte „Vollerwerbslandwirt“ in der Gemeinde gewesen, unterstrich er anlässlich seines 85. Geburtstags. Unterstützt wurde er vor allem von seiner Ehefrau Ida, mit der er 1954 die Ehe schloss und die 2012 verstarb.

Auch als Kommunalpolitiker machte sich Fritz Weltin einen Namen: Von 1963 bis 1974 vertrat er seinen Ortsteil im Malsburger Gemeinderat, von 1974 bis 1980 gehörte er dem ersten Gemeinderat der neuen Einheitsgemeinde im oberen Kandertal an. „In dieser Zeit war er an wichtigen und richtungsweisenden Entscheidungen beteiligt. Diese damals getroffenen Entscheidungen wirken sich bis heute positiv aus“, unterstreicht die Gemeinde in ihrem Nachruf.

Weltins besondere Vorliebe gehörte dem Chorgesang: Bereits 1952 trat er dem Männergesangverein Vogelbach-Malsburg bei und war dort mehr als 50 Jahre lang aktiver Sänger. Auf seinem Hof finden in regelmäßigen Abständen auch die weithin bekannten Platzkonzerte des Chors im Käsacker statt.

 Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung auf dem Vogelbacher Friedhof ist am Freitag, 16. März, in der Kirche Vogelbach.