Malsburg-Marzell Etatausgleich wird schwierig

Rolf-Dieter Kanmacher
Ein Verkauf des alten Vogelbacher Lehrerwohnhauses ist im Gespräch. Foto: kn

Trotz zum Teil steigender Erträge wird das Haushaltsjahr 2023 vor allem auch durch steigende Aufwendungen geprägt sein. Das unterstrich der für den Haushalt der Berggemeinde weitgehend verantwortliche Rechnungsamtsleiter Christoph Merkel von der Nachbargemeinde Kandern bei der ersten Haushaltsberatung am Montagabend.

Von Rolf-Dieter Kanmacher

Malsburg-Marzell. Merkel vermittelte in seinem Bericht ein Bild der Gemeindefinanzen und vor allem der Probleme strukturschwacher Flächengemeinden, wie Malsburg-Marzell, ohne größere Gewerbesteuereinnahmen. Die aktuellen Aufwandssteigerungen resultierten vor allem durch die hohen Energie- und Baukosten sowie inflationsbedingte Preissteigerungen und coronabedingte Mehraufwendungen. Jede Maßnahme sei auf den Prüfstand zu stellen. Als erfreulich bezeichnete er, dass sich der Finanzrahmen aus dem Finanzausgleich um 211 300 Euro erhöhe.

Erwartete Ausgaben

Erwartet werden Personalausgaben von 999 100 Euro. Das stellt eine Steigerung um 29 700 Euro gegenüber dem Vorjahr dar. Merkel verwies auf großen Sanierungsrückstand bei Straßen und Gebäuden. Außerordentliche Erlöse seien anzustreben. Im Kindergartenbereich sinken die Zuweisungen unter anderem. für die Kleinkindbetreuung gegenüber dem Vorjahr um 82 200 Euro. Dagegen steigt die Betriebskostenumlage, welche die Gemeinde für den Kindergartenbetrieb leistet, um 94 000 Euro. Rückblickend stellte Merkel fest, dass die Jahre 2021 und 2022 im Ergebnishaushalt defizitär abschlossen. Insgesamt zeichnete der Fachmann ein düsteres Bild der finanziellen Situation der Gemeinde in den kommenden Jahren.

Düstere Prognosen

Das veranschlagte ordentliche Ergebnis im Entwurf für 2023 weist bereits ein Minus von 459 100 aus. Maßnahmen wie die Erschließung des Baugebiets Seltenacker und der Neuanschluss der Riedern-Quellen stehen an. Zudem hat man weitere Investitionen im Bereich des Bauhofs und der Feuerwehr sowie der Trinkwasserversorgung im Blick. Auch das Großprojekt Neubau Brücke Talstraße steht auf dem Programm – geschätzte Kosten: 616 000 Euro. Mittel aus dem Ausgleichsstock in Höhe von 180 000 Euro sowie eine Fachförderung von 200 700 Euro stehen zur Verfügung. Eine zusätzliche Kreditaufnahme scheint erforderlich.

Sparaufruf der Räte

Vor allem Dierk Kilchling und André Hintenaus riefen in der folgenden Diskussion zum sparsameren Wirtschaften auf und stellten einzelne Projekte wie die Beschaffung eines Fahrzeugs im Bereich der Wasserversorgung zur Diskussion. Kilchling schlug explizit vor, stärker in die energetische Sanierung von Gebäuden wie beispielsweise der Stockberghalle zu investieren und nach Möglichkeit die beiden Kläranlagen mit Photovoltaikanlagen zu versehen. Der so erzeugte Strom könne vor Ort in den energieintensiven Anlagen verbraucht werden. Diese Vorschläge sollen nun Aufnahme in den endgültigen Haushalt finden, der im Dezember verabschiedet wird.

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